Technische Universität Darmstadt. Hier war es zu dem Anschlag gekommen. dpa/Frank Rumpenhorst

Nach dem Giftanschlag auf Angehörige der Technischen Universität Darmstadt (TU) im August vergangenen Jahres ist eine Frau aus Mainz als mutmaßliche Täterin ermittelt worden. Die 32-Jährige sei vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden, teilten die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Polizeipräsidium Südhessen am Donnerstag mit. Die Beschuldigte habe sich noch nicht zu dem Tatvorwurf geäußert.

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft liegen „dringende Gründe“ dafür vor, dass die Studentin der TU aus dem Fachbereich Material- und Geowissenschaften am 23. August 2021 im Gebäude des Fachbereichs verschiedene Getränke und Lebensmittel mit chemischen Substanzen versetzt hat.

Sieben Personen mit Vergiftungserscheinungen

Als Folge davon waren sieben TU-Angehörige mit Vergiftungserscheinungen in Krankenhäuser gebracht oder notärztlich versorgt worden. Bei zwei der Geschädigten kam es zu Blauverfärbungen der Haut, einer davon schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Bei den übrigen Geschädigten traten neben Unwohlsein keine weiteren körperlichen Symptome auf. Die Ermittlungen übernahm eine eigens dafür gegründete Mordkommission „Licht“.

Die Beschuldigte sei bereits frühzeitig in den Blick der Ermittler geraten, hieß es. So sei etwa festgestellt worden, dass sich die Frau in der Nacht auf den 23. August im Gebäude des Fachbereichs aufgehalten habe. Darüber hinaus hätten Uni-Beschäftigte teilweise Erwähnung in schriftlichen Aufzeichnungen der Beschuldigten gefunden. Die Ermittlungen deuteten darauf hin, dass sich die Frau von den betreffenden Mitarbeitern verfolgt gefühlt habe.