In Finnland steht ein Corona-Impfnasenspray kurz vor weiteren klinischen Studien, nachdem es bei Tierversuchen überzeugt hat. Foto:  dpa/Christin Klose

Weltweit forschen Wissenschaftler derzeit an einem Corona-Impfstoff, der als Nasenspray verabreicht werden kann. Einem Bericht von RTL zufolge würde ein nasaler Impfstoff den Prozess stark vereinfachen und zudem für eine gezieltere Schutzwirkung sorgen.

Gegenüber dem Sender erklärt der Virologe Dr. Martin Stürmer: „Die Impfung über die Nase vollzieht den natürlichen Übertragungsweg nach.“ Die Infektion mit dem Coronavirus geschehe schließlich nicht über einen Stich in den Oberarm wie bei einer klassischen Impfung, sondern dadurch, dass das Virus im Nasen-Rachen-Raum in unseren Körper eindringt, so der Virologe weiter. Er schlussfolgert: „Wenn man die Immunantwort spezifisch stimuliert an dem Ort, wo das Virus eintritt, hat man dort natürlich einen sehr, sehr guten Schutz.“

Lesen Sie auch: Astrazeneca kürzt Impfstoff-Nachschub für EU erneut drastisch >>

Virologe Stürmer: Nasalimpfstoffe werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen

Nasalimpfstoffe sind etwa schon für Grippeerkrankungen auf dem Markt, so Stürmer. Diese seien auch für Kinder zugelassen und würden insgesamt sehr gut funktionieren. Mit Blick auf den Corona-Impfstoff aus der Sprühflasche räumt er ein: „Wir brauchen jetzt zeitnah ein gutes Konzept und ich glaube, so schnell werden diese Nasalimpfstoffe nicht zur Verfügung stehen, dass sie jetzt wirklich in der akuten Situation unterstützen können.“

Er sei jedoch überzeugt, dass sie in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden. In Finnland etwa stehe ein Corona-Impfnasenspray kurz vor den klinischen Studien, nachdem es bei Tierversuchen überzeugt hatte.