Hollie Dance und ihr Junge Archie: Mit diesem Bild aus besseren Tagen kämpfte die Mutter im Internet, damit ihr Sohn weiter künstlich beatmet werden darf.
Hollie Dance und ihr Junge Archie: Mit diesem Bild aus besseren Tagen kämpfte die Mutter im Internet, damit ihr Sohn weiter künstlich beatmet werden darf. Facebook/Hollie Dance

Hollie Dance und Paul Battersbee – seit Wochen kämpft dieses Elternpaar aus Großbritannien um das Leben ihres Sohnes. Archie Battersbee, 12 Jahre alt, liegt seit fast drei Monaten auf der Intensivstation im Koma. Für die Ärzte gilt der Junge als hirntot, der nur noch lebt, weil er künstlich beatmet wird. Die Mediziner wollen das Gerät abschalten – und bekamen nun von einem Gericht recht.

Die Eltern gegen die Mediziner: Es ist ein Kampf um Leben und Tod. Archies Eltern wollen nichts unversucht lassen, um ihren Sohn am Leben zu halten. Sie knüpfen ihre Hoffnung an jede Regung, die ihr Kind angeblich wieder macht. Archies Ärzte sehen es anders, wollen das Beatmungsgerät abschalten.

Jetzt dürfen sie es. Denn ein Berufungsgericht lehnte am Montag den Antrag von Archies Eltern ab, dass ihr Archie weiter lebenserhaltende Maßnahmen bekommt. Zuvor hatten bereits zwei Gerichte entschieden, dass die Ärzte die Unterstützung einstellen dürfen. Das sei im besten Interesse von Archie.

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Paul Battersbee und Hollie Dance, die Eltern von Archie Battersbee.
Paul Battersbee und Hollie Dance, die Eltern von Archie Battersbee. Victoria Jones/PA Wire/dpa

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Archies Vater bekam vor der Urteilsverkündung einen Infarkt

Seine Mutter hatte argumentiert, ihr Sohn habe zwei Mal in den vergangenen Tagen versucht, selbstständig zu atmen. Der Vater erlitt nach Angaben seines Anwalts vor der Verkündung einen Infarkt und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

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Achie hatte sich bei einem häuslichen Unfall im April schwere Hirnverletzungen zugezogen - womöglich bei einer Internet-Mutprobe. Der Zwölfjährige liegt seither im Koma. Seine Eltern machen geltend, dass Archies Herz noch schlage. Die Richter sprachen hingegen von medizinisch eindeutigen Beweisen.

Der Fall erinnert an ähnliche Auseinandersetzungen um unheilbar kranke Kinder in Großbritannien. Der finanziell stark unter Druck stehende britische Gesundheitsdienst neigt dazu, lebenserhaltende Maßnahmen sehr viel früher zu entziehen, als das in Deutschland der Fall wäre. Zudem werden die Wünsche von Eltern und Angehörigen dabei nicht im selben Maße berücksichtigt. Was im besten Sinne des Patienten ist, entscheiden oft Richter auf Empfehlung von Medizinern.