George Clooney hält mit seiner Kritik an Ex-US-Präsident Donald Trump nicht hinterm Berg. Geoff Robins/AFP

„Amerika ist wie ein misshandeltes Kind!“ In einem neuen Interview mit der BBC hält George Clooney nicht damit hinterm Berg, wen er für die Spaltung seines Landes verantwortlich macht. Für den 60-Jährigen hat Donald Trump in seinen vier Jahren Amtszeit die Vereinigten Staaten total polarisiert – weshalb seine Landsleute auch gerade „sehr hart miteinander ins Gericht gehen“. Der gute Freund von Joe Biden und Ex-Präsident Barack Obama befürchtet, dass nach dem „Schwachkopf“ (sein Name für Trump) die Kluft im Land vorerst bestehen bleiben wird.

Die aktuellen schlechten Umfragewerte für Biden (nur 38 Prozent der Amerikaner sind mit seinen Amtshandlungen zufrieden) sieht Clooney nicht als größeres Problem an: „Man kann auch nicht von einem misshandelten Kind erwarten, dass an seinem ersten Schultag wieder alles okay ist. Es gibt viele Dinge, die repariert werden müssen. Es muss noch viel Heilung stattfinden, und das braucht Zeit.“ Er ist überzeugt, dass Biden so wie Trump bei Umfragen während seiner Amtszeit hoch und runter gehen wird.

George Cooney will aber nicht in die Politik

Clooney befürchtet, dass Trump noch für eine Weile ein Faktor in der US-Politik bleiben wird: „Es ist so witzig. Ich kannte ihn vor seiner Zeit als Präsident schon. Er war nur ein Typ, der hinter Frauen her war. Und immer wenn ich unterwegs war und er vorbeikam, fragte er mich ‚Wie heißt denn das Girl?‘“

Dann stellt Clooney eine Behauptung auf, die den Hass im Trump-Lager gegen ihn weiter schüren dürfte: „Es gibt eine ganze Gruppe von Menschen, die denken, dass Trump sich für sie besonders einsetzt. Dabei kann er sie in Wahrheit nicht ausstehen.“ Clooney glaubt, dass Trump dieses Spielchen noch ein wenig weiterspielen wird: „Wir werden als Land sehen, was dabei herauskommt. Meine Hoffnung ist, dass wir ein wenig schlauer geworden sind und es nicht noch mal machen.“

George Clooney und Amal Clooney sind Eltern von Zwillingen, Ella und Alexander (beide 4). Joel C Ryan/Invision ia AP/dpa

Anders als seine Schauspielkollegen Matthew McConaughey oder auch Dwayne „The Rock“ Johnson hat der Oscargewinner keinerlei politische Ambitionen: „Nein, nein, nein, weil ich doch lieber ein schönes Leben haben will.“ Der Familienvater ist dankbar für sein aktuelles Leben mit Ehefrau Amal und seinen Kindern Ella und Alexander (beide 4): „Ich bin dieses Jahr 60 geworden und hatte ein Gespräch mit meiner Frau darüber, weil wir beide so viel arbeiten. Ich finde, wir müssen diese Jahre jetzt als die Hochjahre ansehen.“

Denn Clooney ist realistisch genug zu wissen, dass es mit seiner noch immer guten Gesundheit nicht ewig weitergehen wird. Er hofft noch auf 20 gute Jahre: „Ich bin dankbar, dass ich noch immer Basketball spielen und die Dinge machen kann, die ich liebe. Aber mit 80 bist du dann wirklich 80 – egal wie gesund du isst oder wie viel Sport du treibst. Deshalb müssen wir sichergehen, dass wir die kommenden Jahre wirklich genießen und so gut wie möglich leben.“