Sie gehören zum Kartenspiel - aber sind Könige und Damen noch zeitgemäß? Foto: BK

Wer Rommé, Bridge oder Poker spielt, der weiß: Kaum ein Kartenspiel kommt ohne Buben, Damen und Könige aus. Aber: Ist das in der heutigen Zeit noch zeitgemäß? Nein – zumindest wenn es nach einer Studentin aus Holland geht. Sie wollte nicht akzeptieren, dass ein König mehr wert ist als eine Dame. Und schmiss die Karten kurzerhand aus dem Kartenspiel.

Laut Medienberichten sei Studentin Indy Mellink – wie könnte es anders sein – bei einem Kartenspiel auf die Idee gekommen. Schon im vergangenen Sommer habe sie ihrem Cousin die Frage gestellt, warum ein König eigentlich mehr wert sei als eine Dame. So entstand ihr Plan: Sie entwickelte kurzerhand ein eigenes Kartenspiel. Im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte sie, es sei an der Zeit, mit der „jahrhundertealten Tradition der geschlechtlichen Ungleichheit in Spielkartendecks zu brechen“. Hier werde der Mann über die Frau gestellt. „Wenn wir diese Hierarchie haben, dass der König mehr wert ist als die Königin, dann beeinflusst diese subtile Ungleichheit die Menschen in ihrem täglichen Leben.“ Denn die unterschiedliche Wertigkeit von Königen und Damen drücke aus, dass die Frau weniger wichtig sei.

Bei den Spielkarten, die sie daraufhin entwarf, verzichtete sie deshalb auf die Figuren und ersetzte sie kurzerhand durch Bilder von Edelmetallen – nun prangen auf den Spielkarten ein Goldbarren, Silbermünzen und ein Bronze-Schild. Die Kartendecks verkauft sie inzwischen auch online. Die Karten habe sie vor der Veröffentlichung von Freunden testen lassen. Laut Mellink hätten viele zugegeben, dass sie nie über die Ungleichheit von Spielkarten nachgedacht hätten.

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Die Meinungen zu den Projekt der Studentin gehen auseinander – manche finden es lächerlich, andere pflichten der jungen Frau bei. Dass sich das Modell der Holländerin durchsetzen wird, glauben Profis allerdings nicht. Berichten zufolge äußerte sich etwa Berit van Dobbenburgh, Leiterin des niederländischen Bridgeverbandes. Sie finde das Nachdenken über Geschlechtsneutralität gut. Aber: „Es wäre kompliziert, eine formale Umstellung vorzunehmen, weil das eine Aktualisierung der Regeln erfordern würde“, sagt sie.