Stephan Balliet drehte im Knast erneut durch.
Stephan Balliet drehte im Knast erneut durch. dpa/Hendrik Schmidt

Er ist der vielleicht gefährlichste und unberechenbarste Verbrecher und Knast-Insasse Deutschlands. Halle-Attentäter Stephan Balliet ist wieder ausgerastet. Diesmal nahm er Vollzugsbeamte als Geiseln.

Er verübte einen Terroranschlag auf die Synagoge in Halle und brachte zwei Menschen um. Vor zwei Jahren wurde der Halle-Attentäter zur Höchststrafe verurteilt. Lebenslänglich. Aber schon während des Prozesses drehte er erneut durch. Pfingsten 2020 versuchte er, aus der JVA Halle zu fliehen. Beim Hofgang kletterte er über einen 3,40 Meter hohen Zaun, suchte dann vergeblich nach einem Fluchtweg, bis die Justizbeamten ihn wieder einfingen. Er wird nicht aufgeben... 

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Geiselnehmer wurde nach einer Stunde überwältigt

So überraschte die Meldung nicht wirklich, dass der Geiselnehmer im Gefängnis Burg nahe Magdeburg der rechtsextreme Halle-Attentäter Stephan Balliet war. Der 30-Jährige wurde am Montagabend nach weniger als einer Stunde überwältigt. Das Justizministerium hat entsprechende Angaben aus Sicherheitskreisen bestätigt.

Demnach hatte der Gefangene gegen 21 Uhr zeitweise zwei Bedienstete in seine Gewalt gebracht. Der Täter wurde dann durch weitere Justizvollzugsbedienstete im Innenbereich des Gefängnisses überwältigt, wie es hieß. Dabei wurde Balliet verletzt.

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Wie konnte Balliet die Schließer überwältigen?  

Die Bediensteten sind den Angaben zufolge körperlich unverserseht, werden aber betreut. Die genauen Hintergründe der Tat sind noch unklar. Dazu gehört, wie genau der Gefangene die Bediensteten in seine Gewalt bringen konnte. Die Geiselnahme sorgte für einen Großeinsatz der Polizei. Die Beamten waren vor dem Gefängnis schwer bewaffnet in Stellung gegangen. Im Gefängnis laufen die Ermittlungen durch das Landeskriminalamt.

In der Justizvollzugsanstalt in Burg kam es zu dem Geiseldrama.
In der Justizvollzugsanstalt in Burg kam es zu dem Geiseldrama. dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Der Halle-Attentäter war am 21. Dezember 2020 zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Er sitzt seine Strafe im Gefängnis in Burg ab. Es ist das größte und modernste Hochsicherheitsgefängnis Sachsen-Anhalts.

Balliet gilt als unkooperativer und schwieriger Häftling. Der rechtsextreme Attentäter hatte am 9. Oktober 2019 versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur die Synagoge von Halle zu stürmen und ein Massaker anzurichten. Er warf Brand- und Sprengsätze und schoss auf die Zugangstür. Als es ihm nicht gelang, aufs Gelände zu kommen, ermordete er vor der Synagoge eine 40 Jahre alte Passantin und in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss einen 20-Jährigen. Auf der Flucht verletzte er weitere Menschen.

In der Synagoge in Halle wollte Stephan Balliet ein Blutbad anrichten.
In der Synagoge in Halle wollte Stephan Balliet ein Blutbad anrichten. Imago/Christian Schroedter

Das Gefängnis in Burg unweit der Autobahn 2 verfügt laut Justizministerium über 637 Haftplätze im geschlossenen Vollzug, es werden zudem 18 Haftplätze für die Sicherungsverwahrung vorgehalten.