Kipplader stehen nahe Ahrbrück vor einem Zwischenlager für Müll und Bauschutt. Am Samstag begann es dort wieder zu regnen. dpa/Thomas Frey

Aufatmen im Westen Deutschlands! Entgegen aller Befürchtungen ist die Nacht zu Sonntag in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen weitestgehend trocken geblieben. Nach einigen Niederschlägen am Samstagnachmittag habe es in der Nacht in den Regionen kaum noch geregnet, sagte eine Sprecherin vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Wenig euer Regen in den Flutgebieten

So seien in der Nordeifel am Samstag im Schnitt lediglich fünf bis zehn Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die Sprecherin betonte aber auch, dass in der jetzigen Situation schon kleine Mengen Niederschlag zum Problem werden könnten, da Abflüsse verstopft und die Kanalisationen beschädigt sind. Auch deshalb ist es eines der obersten Ziele der Helfer, die sich am Straßenrand auftürmenden Müllberge so schnell wie möglich zu beseitigen. Auch die Abflüsse müssen noch vom Schlamm befreit werden.

Schwere Gewitter mit viel Regen gab es hingegen im Süden Deutschlands. In Stuttgart führten die Regenfälle am Samstagabend zu Überschwemmungen in der Innenstadt. Wegen eines verstopften Gullys habe das Wasser nicht abfließen können, sagte ein Sprecher der Polizei. In mehreren Gemeinden im Kreis Heilbronn knickten nach Angaben der Polizei in der Nacht zum Sonntag Bäume um, Keller liefen voll und Straßen wurden überflutet. Im Kreis Ludwigsburg wurden mehrere Straßen überschwemmt und Gullydeckel hochgehoben. Zudem blieb ein Auto in einer überschwemmten Straße stecken. Die Insassen kletterten auf das Autodach und wurden von der Feuerwehr befreit.

Heftige Regenfälle sorgten in Stuttgart für Überschwemmungen. dpa/Andreas Rosar

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In Rheinland-Pfalz war den Menschen aus Sorge vor neuen Unwettern am Samstag das Angebot gemacht worden, in einer Notunterkunft unterzukommen. Wer wollte, konnte aus den gefährdeten Gebieten mit einem Shuttlebus in die Unterkunft nach Leimersdorf gebracht werden. Doch die Wetterlage blieb dort „entspannter als es die Modelle vermuten ließen“, wie die DWD-Sprecherin sagte.

Die Vorhersage für die nächste Woche ist derweil gemischt. Zwar finden laut Wetter-Experte Dominik Jung die großen Unwetter woanders statt, doch bereits am Wochenanfang kann es auch in NRW und Rheinland-Pfalz zu kleineren Unwettern mit Gewittern, Starkregen, Sturmböen und kleinkörnigem Hagel geben. Große Vorsicht ist im Süden der Republik geboten. „Dort kann einiges runterkommen“, sagt Jung.