Die Polizei hat einige der an dem gefährlichen Corona-Leugner-Autokorso beteiligten Fahrzeuge anhalten können. Foto:  Polizei Mittelfranken

Wird Mittelfranken zu einem neuen Zentrum der bundesdeutschen Corona-Leugner-Szene? Am Sonntag demonstrierten bereits Hunderte Verschwörungsgläubige dicht an dicht und ohne Corona-Schutzmaßnahmen auf dem Nürnberger Hauptmarkt. Zeugen berichteten von volksfestähnlichen Zuständen und kritisierten die Polizei für ihren zögerlichen Umgang mit den Corona-Leugnern. Nun kam es zu einem weiteren Zwischenfall in der Region. Mehrere Menschen bremsten den Verkehr auf der Autobahn aus.

Wie die Polizei berichtet, hatten die Corona-Leugner ihre Autos mit Schildern oder Fähnchen bestückt – oder sie beispielsweise mit Herzen und durchgestrichenen Spritzen bemalt. Anschließend fuhren sie koordiniert von Erlangen kommend auf die A73 in Richtung Nürnberg auf – und bremsten dort den kompletten nachfolgenden Verkehr aus.

Nürnberg: Corona-Leugner bremsen Verkehr auf der Autobahn aus

Laut Polizei fuhren sie neben- und hintereinander mit deutlich weniger als 50 Stundenkilometern über die Autobahn. Der nachfolgende Verkehr musste immer wieder stark bremsen und kam nicht an der Corona-Leugner-Kolonne vorbei. Das zuständige Polizeipräsidium Mittelfranken sprach in einer Pressemitteilung von „massiven Behinderungen“. Die Polizei löste den gefährlichen Autokorso schließlich auf. Acht der teilnehmenden Autos konnten gestoppt und deren Insassen kontrolliert werden. Den Fahrern blüht ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Nötigung und der Gefährdung des Straßenverkehrs. Weitere Personen wurden zudem wegen Verstößen gegen das Versammlungsrecht angezeigt.

Die Autos der erwischten Corona-Leugner wurden nach der Kontrolle sichergestellt. Sie wurden von einem Abschleppunternehmen abgeholt. Auf einem Firmenparkplatz in Fürth entdeckten die Beamten zudem noch fünf weitere Autos, die ähnlich wie die sichergestellten Wagen bemalt waren. Auch gegen die Halter dieser Fahrzeuge wird nun ermittelt.