Seit den 60er Jahren zählt Paul McCartney zu den einflussreichsten Musikern der Welt. Kamil Krzaczynski / AFP

Seit den 60er Jahren zählt er zu den einflussreichsten Musikern der Welt, er hat reihenweise unvergessliche Songs geschrieben. Mit den Beatles gelangte Paul McCartney zu Weltruhm und auch nach der Trennung der Fab Four landete der „Yesterday“-Komponist weiter Hits. Er hat die ganze Welt bereist, ein Milliardenvermögen angehäuft und war drei Mal verheiratet. An seinem 80. Geburtstag am Samstag kann McCartney auf ein bewegtes Leben zurückschauen.

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Mit seinen Bandkollegen katapultierte McCartney Großbritannien in die „Swinging Sixties“ und löste eine weltweite „Beatlemania“ aus. Entscheidend für den Erfolg der Liverpooler Jungs war McCartneys kongeniale Partnerschaft mit John Lennon beim Songschreiben. „Junge, wir haben uns ergänzt, es war ein bisschen wie Yin und Yang“, sagte McCartney 2020 der BBC.

Trotz des enormen Erfolgs vergaß McCartney seine Wurzeln nicht. Er war während des Zweiten Weltkriegs in einer Liverpooler Arbeiterfamilie zur Welt gekommen. Sein Vater Jim, früher Bandleader einer Jazz-Kombo, ermutigte ihn mit einer Trompete zum Musikmachen, die Paul bald gegen eine Gitarre und später gegen die Bassgitarre eintauschte.

Die Beatles: Paul McCartney, George Harrison, Ringo Starr & John Lennon, Szene aus dem Film: Help The Beatles imago images/Mary Evans

Pauls Mutter starb, als er 14 Jahre alt war. Ein Jahr später lernte er bei einem Dorffest John Lennon kennen und schloss sich dessen Skiffle-Band The Quarrymen an, der Vorläuferin der Beatles. Nach prägenden Auftritten in Hamburger Clubs starteten die Pilzköpfe Anfang der 60er Jahre durch. Überall in der Welt kreischten junge Mädchen zu Hits wie „I Want to Hold Your Hand“ oder „Help!“.

McCartney und seine Bandkollegen prägten den tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel mit - und erfanden sich selbst immer wieder neu. Klassik und Country-Musik beeinflussten ihre Musik ebenso wie psychedelische und fernöstliche Klänge. Zu McCartneys bekanntesten Kompositionen gehören „Penny Lane“, „Hey Jude“ und die 1965 veröffentlichte Pop-Ballade „Yesterday“.

Ein Meilenstein der Pop-Geschichte ist auch das Cover des Beatles-Albums „Abbey Road“ von 1969, auf dem die vier Musiker hintereinander den Zebrastreifen auf der Straße an ihrem Tonstudio überqueren. Weil McCartney dabei barfuß und nicht im Gleichschritt mit seinen Bandkollegen ist, verbreitete sich die Theorie, er sei in Wirklichkeit tot und durch ein Double ersetzt worden.

Sir Paul McCartney wird 2018 von Königin Elizabeth II. der Verdienstorden „Companion of Honour“ verliehen. Yui Mok/PA Wire/dpa

Bis heute sind die Beatles die Band mit den meisten Plattenverkäufen - nicht zuletzt dank McCartneys Gespür für Melodien. Bis 2015 schrieb er laut Guinness-Buch der Rekorde 32 Nummer-ein-Hits in den USA und 28 in Großbritannien.

Trotzdem kennt der 18-fache Grammy-Preisträger sein Erfolgsrezept nach eigenen Angaben selbst nicht so genau. „Ich weiß nicht, wie ich das mache“, beteuerte McCartney, der keine Noten lesen kann, 2016 im US-Radiosender NPR.

Für Bescheidenheit spricht auch, dass McCartney seine erste Frau Linda, eine US-Fotografin, 1969 ohne viel Aufsehen heiratete und sie ihre drei Kinder, darunter die heutige Modedesignerin Stella McCartney, auf normale staatliche Schulen schickten. Dass Linda nach 29 Ehejahren an Brustkrebs starb, beschrieb McCartney als „total herzzerreißend“.

Paul McCartneys handschriftliche Komposition von „Hey Jude“ IMAGO/UPI Photo

Dennoch heiratete er 2002 wieder. Die Ehe mit dem Ex-Model Heather Mills, mit der er eine weitere Tochter bekam, endete 2008 mit einer kostspieligen Scheidung. 2011 heiratete McCartney schließlich die wohlhabende US-Geschäftsfrau Nancy Shevell. Mittlerweile hat er acht Enkelkinder.

Im Ruhestand ist McCartney aber immer noch nicht. 2020 veröffentlichte er sein 18. Solo-Album „McCartney III“. Nach der Auflösung der Beatles 1970 im Streit über den neuen Manager Allen Klein hatte er mit seiner Frau Linda die Band Wings gegründet, mit denen er Hits wie den Bond-Titelsong „Live and Let Die“ oder „Mull of Kintyre“ landete.

Paul McCartney mit seiner ersten Ehefrau und großen Liebe Linda und Baby Mary (1969). Imago Images/United Archives

Zu den Künstlern, mit denen McCartney zusammenarbeitete, zählen Stevie Wonder, Michael Jackson und Rihanna. Um auch den Nachwuchs zu fördern, gründete McCartney 1996 die Hochschule Liverpool Institute for Performing Arts mit. Ein Jahr später schlug Königin Elizabeth II. den engagierten Tierschützer zum Ritter.

Sir Paul macht weiter Musik. „Wenn ich richtig Spaß daran habe, warum sollte ich in den Ruhestand gehen“, sagte er 2011 dem Musikmagazin „Mojo“. Genau eine Woche nach seinem 80. hat McCartney auch schon etwas vor: Er tritt als Headliner beim berühmten Glastonbury-Festival auf.