Sind Sie gerade auf Ostsee-Urlaub auf Usedom und haben einen Bikini im Gepäck? Dann können Sie ganz spontan dabei sein, wenn es darum geht, einen Weltrekord zu knacken. Anlass ist der 80. Geburtstag des Bikinis – der einst als Skandal galt und in dem sich erst nur eine Nackttänzerin zeigen wollte.
Bikini-Parade zwischen Bansin und Ahlbeck
Zum 80. Geburtstag des Bikinis soll an den Stränden der Kaiserbäder der größte Bikini-Aufmarsch seiner Art gelingen. Zwischen Bansin und Ahlbeck sollen am Sonntag, 5. Juli, zwischen 1200 und 1400 Frauen gleichzeitig im Bikini zusammenkommen. Ziel ist es, den bisherigen Rekord aus China zu übertreffen. Dort hatten 2012 in der Küstenstadt Huludao 1085 Frauen an einer Bikini-Parade teilgenommen.
Wer mitmachen möchte, kann auch noch spontan dazustoßen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Rekordversuch findet im Rahmen der Ausstellung „Die Welt geht Baden“ in Heringsdorf des BikiniArtMuseum statt. Am 5. Juli sollen sich die mit einem Bikini bekleideten Frauen zwischen 13.30 und 14.30 Uhr an der Wasserkante zwischen Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck versammeln. Die Teilnehmerinnen sollen auch ein Andenken erhalten.
Vom Skandal zur Strand-Ikone
Der Termin kommt nicht von ungefähr. Als „Geburtstag“ des Bikinis gilt der 5. Juli 1946. An diesem Tag präsentierte der französische Ingenieur und Designer Louis Réard seine neue Erfindung im Pariser Schwimmbad Piscine Molitor. Das Problem: Kein professionelles Model wollte den damals schockierend kleinen Zweiteiler tragen. Am Ende sprang die Nackttänzerin Micheline Bernardini ein.
Schon der Name war eine Provokation: Réard taufte seine Erfindung „Bikini“ – nach dem Bikini-Atoll im Pazifik. Dort hatten die USA kurz zuvor Atomtests durchgeführt. Der Designer hoffte auf eine ähnlich „explosive“ Wirkung in der Modewelt. Und er sollte recht behalten.
Der nach heutigen Maßstäben geradezu züchtige Bade-Zweiteiler sorgte damals für Empörung. In vielen Ländern galt der Bikini als unsittlich, an manchen Stränden war er sogar verboten. Erst mit dem gesellschaftlichen Wandel der 1960er-Jahre wurde der Zweiteiler nach und nach salonfähig.

Kult-Bikinis aus legendären Kino-Klassikern
Einen wichtigen Beitrag dazu leistete das Kino. Unvergessen ist bis heute der Auftritt der Schauspielerin Ursula Andress, die 1962 im Bond-Film „James Bond jagt Dr. No“ im elfenbeinfarbenen Bikini aus dem Meer stieg. Die Szene wurde Filmgeschichte. Nach Angaben des BikiniArtMuseums wurde das Original später für mehr als 240.000 Dollar versteigert.

