Parade am Strand

Frauen im Bikini für Weltrekord-Versuch auf Usedom gesucht!

Zum 80. Geburtstag des Bade-Zweiteilers gibt es auf Usedom eine Bikini-Parade, bei der jede Frau spontan dabei sein kann.

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Der Weltrekord der Bikini-Parade soll am 5. Juli auf Used0m geknackt werden. Alle Frauen im Bikini sind willkommen. Cocktails werden aber wohl nicht spendiert.
Der Weltrekord der Bikini-Parade soll am 5. Juli auf Used0m geknackt werden. Alle Frauen im Bikini sind willkommen. Cocktails werden aber wohl nicht spendiert.Caterina Trimarchi / Imago

Sind Sie gerade auf Ostsee-Urlaub auf Usedom und haben einen Bikini im Gepäck? Dann können Sie ganz spontan dabei sein, wenn es darum geht, einen Weltrekord zu knacken. Anlass ist der 80. Geburtstag des Bikinis – der einst als Skandal galt und in dem sich erst nur eine Nackttänzerin zeigen wollte.

Bikini-Parade zwischen Bansin und Ahlbeck

Zum 80. Geburtstag des Bikinis soll an den Stränden der Kaiserbäder der größte Bikini-Aufmarsch seiner Art gelingen. Zwischen Bansin und Ahlbeck sollen am Sonntag, 5. Juli,  zwischen 1200 und 1400 Frauen gleichzeitig im Bikini zusammenkommen. Ziel ist es, den bisherigen Rekord aus China zu übertreffen. Dort hatten 2012 in der Küstenstadt Huludao 1085 Frauen an einer Bikini-Parade teilgenommen. 

Wer mitmachen möchte, kann auch noch spontan dazustoßen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Rekordversuch findet im Rahmen der Ausstellung „Die Welt geht Baden“ in Heringsdorf des  BikiniArtMuseum statt. Am 5. Juli sollen sich die mit einem Bikini bekleideten Frauen zwischen 13.30 und 14.30 Uhr an der Wasserkante zwischen Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck versammeln. Die Teilnehmerinnen sollen auch ein Andenken erhalten.

Vom Skandal zur Strand-Ikone

Der Termin kommt nicht von ungefähr. Als „Geburtstag“ des Bikinis gilt der 5. Juli 1946. An diesem Tag präsentierte der französische Ingenieur und Designer Louis Réard seine neue Erfindung im Pariser Schwimmbad Piscine Molitor. Das Problem: Kein professionelles Model wollte den damals schockierend kleinen Zweiteiler tragen. Am Ende sprang die Nackttänzerin Micheline Bernardini ein.

Schon der Name war eine Provokation: Réard taufte seine Erfindung „Bikini“ – nach dem Bikini-Atoll im Pazifik. Dort hatten die USA kurz zuvor Atomtests durchgeführt. Der Designer hoffte auf eine ähnlich „explosive“ Wirkung in der Modewelt. Und er sollte recht behalten.

Der nach heutigen Maßstäben geradezu züchtige Bade-Zweiteiler sorgte damals für Empörung. In vielen Ländern galt der Bikini als unsittlich, an manchen Stränden war er sogar verboten. Erst mit dem gesellschaftlichen Wandel der 1960er-Jahre wurde der Zweiteiler nach und nach salonfähig.

Ein junges Model posiert 1946 in einem Fotostudio in einem zeittypischen Bikini.
Ein junges Model posiert 1946 in einem Fotostudio in einem zeittypischen Bikini.IMAGO/imageBROKER/Sjoberg

Kult-Bikinis aus legendären Kino-Klassikern

Einen wichtigen Beitrag dazu leistete das Kino. Unvergessen ist bis heute der Auftritt der Schauspielerin Ursula Andress, die 1962 im Bond-Film „James Bond jagt Dr. No“ im elfenbeinfarbenen Bikini aus dem Meer stieg. Die Szene wurde Filmgeschichte. Nach Angaben des BikiniArtMuseums wurde das Original später für mehr als 240.000 Dollar versteigert.

Kultszene im Bikini: Ursula Andress als Honey Ryder im James-Bond-Film „Dr. No“ von 1962 .
Kultszene im Bikini: Ursula Andress als Honey Ryder im James-Bond-Film „Dr. No“ von 1962 .Cinema Legacy Collection/The Hollywood Archive via www.imago-images.de

Auch ein anderer Zweiteiler schrieb Filmgeschichte: der goldene Metall-Bikini von Prinzessin Leia aus „Star Wars – Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Das Kostüm wird inzwischen ebenfalls im BikiniArtMuseum gezeigt. Nach Museumsangaben wurde es für rund 175.000 Dollar erworben.

Achtzig Jahre nach seiner Erfindung hat sich der Bikini längst verändert. Full Coverage, Brazilian, String oder Zero Coverage – die Liste der Varianten ist lang. Während Réards Entwurf einst als gewagt galt, bestehen manche moderne Modelle nur noch aus wenigen Stoffstreifen. Der Bikini war nie einfach nur Bademode. Er stand immer auch für gesellschaftlichen Wandel.