Liebe auf Dating-Webseiten macht blind – und in diesem Falle auch arm. dpa/Sebastian Gollnow

Es scheint unglaublich, aber die Geschichte ist wahr: Ein vermeintlicher Online-Liebhaber hat von einer 39-jährigen Münchnerin mehr als 100.000 Euro erbeutet. Die Frau hatte den Mann über das Internet kennengelernt, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Er gab sich demnach als amerikanischer Soldat aus, der in Syrien stationiert ist.

Der vermeintliche Liebhaber bat die Münchnerin, seinen behaupteten Verdienst in Form von einer großen Geldsumme sowie Goldbarren sicher aufzubewahren. Sie sollte dafür fast ein Drittel davon bekommen. Dazu schickte er angeblich ein Paket mit den Wertgegenständen. Über eine Trackingnummer wurde der Frau vorgegaukelt, dass es Probleme bei der Zustellung gebe.

Immer wieder Geld nachgefordert, schließlich waren 100.000 Euro weg

Die Frau erhielt eine Nachricht von einer angeblichen Firma namens „turkishshippingtrustcompany“:  Erst nach einer Zahlung von 1500 Euro könne das Paket weitergeleitet werden. Dabei blieb es nicht: Immer wieder wurde die Frau der Polizei zufolge innerhalb eines Monats aufgefordert, Geld auf mehrere türkische Bankkonten zu überweisen, damit das Paket weitergeschickt werde. Schließlich waren über 100.000 Euro weg.

Das Kuriose an der Geschichte: Den Mann selbst traf sie nie. Dennoch ließ sie sich auf die Masche ein.

Erst als die 39-Jährige kein Geld mehr hatte, kamen ihr Zweifel. Sie ging zu einem Rechtsanwalt und erstattete Anzeige. Der Versuch, die Summe zurückzubuchen, blieb erfolglos. Die Polizei ermittelt. Sie geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass angesichts der aufwendigen Inszenierung mehrere Täter dahinterstecken.