Hubert Germain, der als „Compagnon de la Liberation“ geehrte Resistance-Kämpfer, bei der Trauerfeier für seinen Kameraden Edgard Tupet-Thome am 17. September 2020 in Paris. AP/Euler

Der letzte französische Widerstandskämpfer gegen Nazi-Deutschland, der als „Compagnon de la Libération“ ausgezeichnet wurde, ist tot. Wie Verteidigungsministerin Florence Parly am Dienstag im Senat mitteilte, starb Hubert Germain im Alter von 101 Jahren.

Präsident Emmanuel Macron zufolge war er der letzte Überlebende von 1038 Menschen gewesen, die vom späteren Gründer der V. Republik, Charles de Gaulle, für ihren Kampf für die Unabhängigkeit als „Compagnon de la Libération“ ausgezeichnet worden waren. Macron würdigte Germain als einen Menschen, der „unsere Freiheit zurückgewonnen und unser Land wiederaufgebaut hat“.

Hubert Germain kämpfte in Syrien, Libyen und Italien

Der spätere Staatspräsident General Charles de Gaulle hatte am 18. Juni 1940 von London aus über die BBC aufgerufen, an der Seite der Alliierten weiterzukämpfen. Die Truppen Nazi-Deutschlands hatten Frankreich damals in einem „Blitzkrieg“ überrannt. Germain schloss sich de Gaulle in London an, kämpfte später in Syrien, Libyen und Italien. Auch an der Landung (zumeist aus Nordafrika stammender) französischer sowie amerikanischer Truppen in der Provence 1944 war er beteiligt. Später war er als Politiker aktiv.

Hubert Germain war später als Politiker aktiv

De Gaulle schuf im November 1940 in Brazzaville den Orden der Befreiung, der – mit Ausnahmen – bis Anfang 1946 vergeben wurde. Die Ausgezeichneten wurden Compagnon de la Libération genannt.

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Macron will den Widerstandskämpfer in den kommenden Tagen mit einem Gedenken ehren, wie es in einer Mitteilung des Élyséepalastes hieß. Am 11. November werde der Präsident dann der Beisetzungszeremonie am Pariser Triumphbogen sowie an der Gedenkstätte für Widerstandskämpfer Mont Valérien beiwohnen.