Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter tragen auf der Treppe zur Maschine einen Mundschutz. Foto: Imago-Images/Rüdiger Wölk

Ob aus Ignoranz, Trotz oder Ideologie: Viele Menschen tragen keine Mund-Nasen-Maske. Gerade im Flugzeug aber ist das besonders wichtig, weil der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Die Vorschriften der Airlines sind eindeutig: Maske tragen ist Pflicht – außer beim Essen und Trinken.

Doch wie sieht das in der Praxis aus? Franziska Günther, Head of Cabin Crew beim Ferienflieger Tuifly gibt Antworten.

Franziska Günther ist Head of Cabin Crew bei der Fluggesellschaft Tuifly.  Foto dpa/Gregor Schläger

„Das Verhalten der Gäste ist sehr vernünftig, der Großteil befürwortet die Maskenpflicht und nimmt Rücksicht auf andere Passagiere“, erzählt Günther. Trotzdem sei die Maske natürlich ein Thema. „Wir haben sicher auch Gäste an Bord, die den einen oder anderen Hinweis mehr benötigen und das Thema nicht so ernst nehmen. Ich kann aber nicht bestätigen, dass es auf jedem Flug Maskenverweigerer gibt.“

Für uneinsichtige Passagiere gebe es eine „Eskalationspyramide“ und einen Maßnahmenkatalog. „Zunächst sprechen wir den Fluggast an und weisen freundlich auf die Maskenpflicht hin“, sagt Günther. Haben auch bestimmtere Ermahnungen keinen Erfolg, kann es im schlimmsten Fall zu einer Zwischenlandung kommen. Vor Ort warte dann die Bundespolizei auf den renitenten Passagier. Allerdings sei das bislang auf keinem der rund 2000 Tuifly-Flüge während der Corona-Zeit vorgekommen.

Würde sich ein Passagier vor dem Start gegen die Maske sträuben, würde die Maschine zurück zum Gate rollen. „Der Fluggast müsste das Flugzeug verlassen, sein Gepäck würde ausgeladen.“ Das führe zu mindestens 30 Minuten Verspätung. Doch auch das sei noch nicht vorgekommen.

Ohnehin sei es aber selten, dass jemand gar keine Maske trage, berichtet die Airline-Mitarbeiterin. „Viel häufiger wird die Maske nicht richtig aufgesetzt.“ Und die meisten Passagiere reagierten dann schon auf den freundlichen Hinweis. Für alle, die aus unterschiedlichen Gründen keine Maske haben, gebe es auch welche an Bord, sagt Günther.

Ohne Maske geht es aktuell nicht mehr ins Flugzeug. Foto: Imago-Images/Christoph Hardt

Nur beim Essen und Trinken gilt die Maskenpflicht nicht. „Aber man kann auch nicht drei Stunden an seinem Kaffee trinken, um die Maske absetzen zu können“, sagt Günther. „Da achten wir schon drauf.“ Zudem wurden der Service im Allgemeinen und besonders der Alkoholausschank stark reduziert. Aus gutem Grund. Auf einem KLM-Flug nach Ibiza haben kürzlich zwei betrunkene Maskenverweigerer randaliert und wurden bei der Ankunft festgenommen.

Für Menschen mit bestimmten Erkrankungen kann es tatsächlich nicht zumutbar sein, während eines Fluges eine Gesichtsmaske zu tragen. „Es kommt vor, dass wir Gäste haben, die beim Check-in, am Gate oder spätestens an Bord ein Attest vorzeigen“, berichtet Günther. „Diese Passagiere sind in der Regel mit einem Visier ausgestattet, das sie auch nutzen können.“ Bei Tuifly gilt hier: „Wer ein ärztliches Attest und ein Visier hat, der darf mitfliegen.“ Ganz ohne geht aber nicht.