Die Wahl des richtigen Weihnachtsbaums will gründlich durchdacht sein. dpa/Marijan Murat

Egal ob Fichte, Nordmann- oder Edeltanne: Der Weihnachtsbaum gehört zum Fest wie Familie und gutes Essen. Wem beim Weihnachtsbaum-Kauf allerdings Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen wichtig sind, der sollte einige Details beachten. Hier gibt es einen Überblick.

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Was kostet ein Weihnachtsbaum dieses Jahr?

Während viele Produkte derzeit teurer werden oder wegen Lieferschwierigkeiten sogar gar nicht erhältlich sind, bleiben die Weihnachtsbaum-Preise in diesem Jahr voraussichtlich konstant. Der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland (BWS) und der Verband natürlicher Weihnachtsbaum (VNWB) rechnen mit einem Meterpreis für Nordmanntannen von 21 bis 27 Euro, für Blautannen von zwölf bis 16 Euro und für Fichten von neun bis zwölf Euro.

Welche Baumart ist am beliebtesten?

In Deutschland werden jährlich rund 30 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Davon sind rund 80 Prozent Nordmanntannen – sie sind also mit Abstand der beliebteste Weihnachtsbaum in deutschen Wohnzimmern. Blaufichten machen circa 15 Prozent der verkauften Bäume aus, der Rest entfällt auf Fichten und Edeltannen. Beliebt ist die Nordmanntanne vor allen Dingen wegen ihres geraden Wachstums, der satten grünen Farbe und der weichen Nadeln.

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Wie steht es um die Produktionsbedingungen?

Das Saatgut für die beliebten Nordmanntannen stammt häufig aus Georgien und wird unter problematischen Bedingungen produziert. Zapfenpflücker klettern dafür in große Höhen und riskieren so ihre Gesundheit. Verbraucher sollten deshalb beim Kauf auf das Fair-Trees-Logo achten. Das Zertifikat wird von einer dänischen Organisation vergeben, die Lehrgänge für Zapfenpflücker anbietet und die Arbeitsbedingungen vor Ort überprüft.

Werden Weihnachtsbäume nachhaltig produziert?

Ein Großteil der Weihnachtsbäume wächst auf speziellen Plantagen. Nachhaltig ist die Produktion nicht: Laut Umweltbundesamt werden die Bäume oft intensiv mit Pestiziden behandelt – das schadet den Böden, Gewässern und Ökosystemen. Auch für die menschliche Gesundheit können die Chemikalien schädlich sein. Nachhaltig produzierte Bio-Bäume machen bisher lediglich rund ein Prozent der verkauften Weihnachtsbäume aus.

Bis die Bäume eine ausreichende Größe erreicht haben, vergehen außerdem rund acht Jahre. Die Freude am Weihnachtsbaum hält jedoch selten länger als zwei Wochen.

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Welche nachhaltigen Alternativen gibt es?

Wer auf einen echten Weihnachtsbaum verzichten kann, der kann zu Steck-Kreationen aus Holz greifen. Der Vorteil: Ein solcher Weihnachtsbaum kann jedes Jahr aufs Neue verwendet werden.

Für alle, die nicht auf einen echten Weihnachtsbaum verzichten wollen, gibt es ebenfalls Alternativen: Immer mehr Anbieter verkaufen Weihnachtsbäume im Kübel – diese können nach dem Fest im Garten eingepflanzt werden. Denkbar ist auch ein Miet-Baum, der nach der Weihnachtszeit zurück in die Baumschule gebracht wird und dort weiterwachsen kann.

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Was gilt es bei einem lebendigen Weihnachtsbaum zu beachten?

Beim Kauf sollten Verbraucher darauf achten, dass der Baum im Kübel großgezogen wurde. Bäumen, die auf Christbaumplantagen aus dem Boden geholt wurden, fehlen wichtige Wurzeln. Sie überleben die Umstellung häufig nicht.

Zu schaffen macht den Bäumen außerdem der Temperaturunterschied: Der Weihnachtsbaum sollte deshalb vor dem Fest in einem ungeheizten Raum oder einem Wintergarten akklimatisiert werden. In der Nacht und tagsüber, wenn niemand den Baum bewundert, sollte die Temperatur im Zimmer während der Weihnachtstage außerdem nach Möglichkeit abgesenkt werden. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, den Baum ab dem Umzug ins Haus gut zu gießen.

Länger als vier bis fünf Tage sollte der Baum nicht in der Wohnung oder im Haus stehen. Anschließend sollte der Baum wieder in einem ungeheizten Raum an die kalte Außentemperatur gewöhnt werden. Bei Temperaturen unter minus fünf Grad sollte der Weihnachtsbaum vorerst nicht nach draußen. Ausgepflanzt werden kann der Baum dann im Frühjahr. Ein weiteres Weihnachten ist dann meist zu viel für die Pflanzen.