In Kalifornien lodern mehrere Buschfeuer. Foto: dpa/Gene Blevins

Seit Wochen wüten heftige Waldbrände in Kalifornien. Während US-Präsident Donald Trump die Probleme kleinredet und von explosiven Bäumen in Österreich schwadroniert, kämpfen Feuerwehrleute rund um die Uhr gegen die Flammen. Nun hat ein Feuerwehrmann im Einsatz sein Leben lassen müssen. Er war mit Kollegen im Nationalforst von San Bernardino, östlich von Los Angeles, im Einsatz gegen das „El Dorado Fire“, als er verstarb, teilte die zuständige Forstverwaltung auf Twitter mit.

Nach offiziellen Angaben brennt das Feuer dort schon seit 13 Tagen und betrifft eine Fläche von mehr als 77 Quadratkilometern. Mehr als 1300 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Es ist nur eines von vielen Feuern, die derzeit in Kalifornien, aber auch den übrigen Westküstenstaaten Oregon und Washington wüten. Aufgrund der starken Rauchentwicklung musste nun der beliebte Yosemite-Nationalpark im kalifornischen Sierra-Nevada-Gebirge schließen, da der Rauch schädlich für Besucher sein könnte.

Feuerwehrleute bekämpfen das „El Dorado“-Feuer. Einer ihrer Kollegen kam ums Leben. Foto: Imago-Images/Will Lester

Auch in vielen Städten an der Westküste sind die Brände deutlich zu spüren. Der Rauch hat längst San Francisco oder Portland eingehüllt und schirmt sie immer wieder von der Sonne ab. „Apokalyptisch“ und als „Marshimmel“ beschrieben Anwohner in sozialen Medien das Phänomen. Millionen Menschen leiden unter der Luftverschmutzung. In San Francisco hat die Luft ein gesundheitsschädliches Niveau erreicht, das Asthma, Lungen- und Brustschmerzen auslösen und bestehende Atemwegserkrankungen verschlimmern kann. In Zeiten von Covid-19 klingt das noch einmal dramatischer. Der Rauch hat inzwischen bereits die Atmosphäre erreicht und zieht über den Atlantik nach Europa. Hier kommt er allerdings in einer sehr geringen Konzentration an.

Insgesamt sind bereits mehr als 30 Menschen durch die diesjährigen Feuer gestorben. Nach offiziellen Angaben hat die Feuersaison 2020 in Kalifornien schon jetzt eine Fläche von mehr als 14.000 Quadratkilometern Land zerstört – ein trauriger Rekord in der seit 1987 geführten Jahresstatistik. Angesichts der in zwei Monaten anstehenden Präsidentschaftswahl in den USA werden die Brände auch immer mehr zum Politikum. Während Trump wie bereits 2018 keine Verbindung zwischen den Feuern und dem Klimawandel sehen will, bezeichnet sein Kontrahent Joe Biden den Amtsinhaber als als „Klima-Brandstifter“.

Die Golden Gate Bridge in San Francisco ist in dichten Rauch gehüllt. Alles ist in ein dunkles Orange getaucht. Foto: AFP/Harold Postic

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Viele Experten stehen dabei auf der Seite des Herausforderers der Demokraten. „Was hier passiert, ist schockierend, aber keine Überraschung“, sagt Timothy Ingalsbee. Der langjährige Feuerwehrmann und Ökologe ist Leiter des Verbands „Firefighters United for Safety, Ethics & Ecology“. „Der Klimawandel hat ideale Bedingungen für große, schnell um sich greifende Waldbrände geschaffen“, erklärt Ingalsbee. „Höhere Temperaturen, geringere Feuchtigkeit, stärkere Winde, mehr Gewitterstürme mit Blitzen, dies sind alles ‚Red Flag‘-Bedingungen für schlimme Feuer.“ Es sei ein sehr gewichtiger, aber nicht der alleinige Grund, wie Craig Clements, Klimawissenschaftler an der San José State University, sagt. Im Wald befinde sich zu viel trockenes Unterholz, sagt er. Auch das begünstige Brände.