Bestatter tragen eine Leiche aus dem Haus in Radevormwald. Foto: dpa/Christoph Reichwein

Ein schreckliches Verbrechen schockt die kleine Stadt Radevormwald. Während in der Ortschaft im Bergischen Land (NRW) am Freitagabend noch alles nach einem tragischen Wohnhausbrand aussah, wurde im Laufe des Samstags klar: Hier ist ein Verbrechen geschehen. Ein Familienvater, ein 41 Jahre alter Soldat, hat seine ganze Familie ausgelöscht.

Als die Polizei ihre Arbeit an dem weißen Wohnhaus am Ortsrand von Radevormwald beendet hatte, legten Nachbarn und Freunde Kerzen, Blumen und einen Teddy vor dem Ort des Geschehens ab. Dort sahen sie auch, dass einige Scheiben des Hauses zerborsten waren – und auch Blutspuren waren an der Wand zu sehen. Die Polizei bestätigte: Hier geht es nicht nur um einen Brand, hier geht es um ein Tötungsdelikt. Eine Mordkommission hatte die Ermittlungen aufgenommen.

Beamte der Spurensicherung stehen nach einem Brand vor einem Wohnhaus. Foto: dpa/Markus Klümper

Als am Freitagabend das Haus in Radevormwald in Flammen stand, wurde zunächst die Feuerwehr gerufen, die hatte die Flammen schnell gelöscht, große Brandschäden wies das Haus allerding nicht auf. Dafür stießen die Retter im Haus auf fünf Leichen und übergaben den Fall an die Polizei. Die hat die leblosen Körper inzwischen identifiziert. Sie gehören zu einem Soldaten (41), seiner 37 Jahre alten Frau, den gemeinsamen Töchtern (1, 4) und seiner Schwiegermutter (77). Sie alle wiesen Stichwunden auf. Noch in der Nacht wurde das Haus von der Spurensicherung und Brandermittlern untersucht.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Familienvater erst seine Familie mit einem Messer tötete, dann das Haus in Brand steckte und dann sich selbst das Leben nahm. „Für eine Beteiligung weiterer Personen liegen keine Anhaltspunkte vor“, erklärten die Ermittler nach der Obduktion der Leichen. Das Motiv für den vierfachen Mord liegt offenbar „in dem Scheitern der ehelichen Beziehungen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Trauernde stellten Kerzen, Blumen und einen Teddybären vor dem Tatort ab. Foto: dpa/Jonas Güttler

Damit dürfte auch dieser Fall in die Kategorie Femizid, sprich die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts, fallen. Nähere Ermittlungen wird es laut der Kölner Staatsanwaltschaft allerdings nicht geben, da die Strafprozessordnung in Deutschland gegen verstorbene Täter keine Ermittlungen vorsieht.