Falsche Ernährung könnte den Verlauf von Covid-19 negativ beeinflussen.  Foto: Imago/Winfried Rothermel

Die Darmgesundheit eines Menschen könnte einen Einfluss darauf haben, wie schwer eine Covid-19-Erkrankung verläuft. Dies geht aus einem Bericht des Merkur hervor, der sich auf eine Studie der Universität Korea in Seoul bezieht. „Eine Dysbiose und der damit einhergehende undichte Darm können die Schwere der Infektion verschlimmern, weil das Coronavirus an die Oberfläche des Darmepithels und in besonders ernsten Fällen durch den Blutstrom zu den inneren Organen gelangen kann“, heißt es vom Autor der Studie, Dr. Heenam Stanley Kim.

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Dies würde erklären, warum Industrienationen besonders schwer von Corona betroffen sind. Denn: In diesen Ländern werden oftmals stark verarbeitete Lebensmittel verzehrt, die wenig Ballaststoffe enthielten. Diese Ernährungsweise ist eine der wesentlichen Ursachen „für ein schlechtes Darmmikrobiom und kann so möglicherweise auch ein Grund sein, weswegen diese Länder besonders stark von der Pandemie betroffen sind“, heißt es in dem Bericht. Kim zufolge scheint es einen „klaren Zusammenhang zwischen dem veränderten Darmmikrobiom und einer schweren Covid-19-Erkrankung zu geben.“

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Andererseits könne eine Corona-Infektionen aber auch ihrerseits Veränderungen in der Darmflora verursachen, sagt der Mikrobiologe. Im Darm von Infizierten seien offenbar weniger nützliche Bakterien vorhanden. Dies würden Studien belegen. Die Corona-Darm-Studie ermöglicht allerdings auch die weitere Forschung nach Therapiemöglichkeiten für schwere Covid-19-Verläufe. Dem Bericht zufolge könnte es helfen, „einem schwerstkranken Patienten oder einer schwerstkranken Patientin eine Stuhlprobe einer gesunden Darmflora zu übertragen“. Der endgültige Beleg für einen Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und der Schwere von Covid-19-Verläufen müsse allerdings noch durch weitere Studien erbracht werden.