Reutlingen: Großeinsatz für die Feuerwehr. Es gab mehrere Tote.
Reutlingen: Großeinsatz für die Feuerwehr. Es gab mehrere Tote. dpa/Kohls/SDMG

Feuer-Drama in Baden-Württemberg: Bei einem Brand in einer sozialpsychiatrischen Pflegeeinrichtung in Reutlingen sind am späten Dienstagabend drei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des leitenden Notarztes atmeten eine 53-jährige Frau und zwei Männer ( 73 und 88) Rauchgas ein und starben. Eine 57-jährige Frau wurde schwer verletzt, elf Personen erlitten leichte Verletzungen.

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Ermittlungen gegen Bewohnerin wegen Mordverdachts

Am Mittwochnachmittag teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass gegen die 57-Jährige ermittelt wird. Sie steht im Verdacht, das Feuer absichtlich gelegt zu haben. Ihr werden demnach dreifacher Mord und elffacher Mordversuch vorgeworfen. Sie war laut Polizei noch nicht ansprechbar. Über ein mögliches Tatmotiv der Frau, die eine psychische Erkrankung habe, sei noch nichts bekannt.

Ein rußgeschwärztes Fenster auf einer oberen Etage der Pflegeeinrichtung.
Ein rußgeschwärztes Fenster auf einer oberen Etage der Pflegeeinrichtung. dpa/tv7news.de

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Der Brand war um 19.45 Uhr ausgebrochen

Die Polizei hatte am Abend zunächst mitgeteilt, Feuerwehr und Rettungskräfte seien mit einem Großaufgebot vor Ort und es gebe mehrere Verletzte. Der Brand sei um 19.45 Uhr ausgebrochen.

Helfer und Feuerwehrleute vor dem Pflegeheim in Reutlingen.
Helfer und Feuerwehrleute vor dem Pflegeheim in Reutlingen. dpa/Kohls/SDMG

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In dem sozialpsychiatrischen Fachpflegeheim leben Menschen mit psychischen Erkrankungen und gleichzeitigem pflegerischen Bedarf. In der Beschreibung des Heimbetreibers auf seiner Internetseite heißt es, es gebe 38 Bewohner und Bewohnerinnen in Gruppen zu je acht Personen, die in sechs Einzelappartements leben.

„Es ist ein schwarzer Abend für Reutlingen“

Oberbürgermeister Thomas Keck (SPD) zeigte sich in der Nacht erschüttert: „Es ist ein schwarzer Abend für Reutlingen“, sagte er am Unglücksort. Der Geschäftsführer der Einrichtung, Gerhard Längle, sagte: „Es ist schlichtweg eine Katastrophe.“

Das Feuer brach nach Angaben des Einsatzleiters der Feuerwehr Martin Reicherter in einem Wohnbereich im 1. Obergeschoss aus. Der Brand sei auf ein Patientenzimmer begrenzt gewesen. „Es war eine enorme psychische Belastung auch für die Trupps, die da drin waren. Wir haben unsere psychologische Nachsorge alarmiert“, sagte Reicherter.