Faultiere in Venezuela haben viele Feinde: Holzfäller, Hunde, Hochspannungsleitungen. Ein Ehepaar in einem Vorort der Hauptstadt Caracas hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst viele zu retten – „ohne es darauf anzulegen“, wie Haydee Rodriguez, die mit ihrem Mann eine Stiftung für die als gefährdet geltenden Tiere betreibt, der Nachrichtenagentur AFP sagte.

AFP/Yuri Cortez
Haydee und ihr Ehemann Juan Carlos Rodriguez bei ihrer Arbeit. 58 Faultiere konnten die Eheleute bisher retten. 

Das erste Faultier, das sie retteten, hatte seinen Arm verloren, als es versuchte, sich an einer Stromleitung festzuhalten und dabei einen Schlag bekam. Sie nannten es Chuwie und das Männchen wurde zum Wappentier der Stiftung. Insgesamt 58 Faultiere konnte das Ehepaar bislang schon retten und wieder aussetzen.

Über ihre Arbeit informieren sie auf einem Kanal (@Chuwieelgalan) auf Instagram. Dabei achten sie darauf, dass dort nie Fotos landen, auf denen sie Chuwie knuddeln. „Das sind keine Haustiere“, sagte Juan Carlos. Trotzdem kommen die Bilder gut an. „Faultiere haben den Fluch des ewigen Lächelns“, erklärt er. „Selbst wenn sie leiden, sieht es so aus, als würden sie lächeln.“

Zwar liegen keine offiziellen Zahlen für die Faultier-Population in Venezuela vor, doch hat die Abholzung in Südamerika ihren Lebensraum laut der Naturschutzorganisation WWF eingeschränkt. Einige Arten sind Tierschützern zufolge bereits vom Aussterben bedroht.