Wenn im Herbst Pflanzen an kürzeren Tagen weniger grünes Chlorophyll produzieren, verfärben sich die Blätter bunt – und fallen letztlich ab.    imago/Cavan Images

Es ist ein herrliches Spiel der Farben, das uns die Natur jetzt wieder bietet! Gelb, Orange, Rot und schließlich Braun: Im Herbst verfärbt sich das Laub an Bäumen und Sträuchern je nach Art etwas anders – und fällt dann ab. Aber warum eigentlich?

Das hängt mit der Verarbeitung des Sonnenlichts in den Blättern zusammen – also mit dem Prozess der Fotosynthese, durch den die Pflanzen Stärke und damit Energie zum Leben gewinnen.

Im Sommer sind die Blätter der meisten Pflanzen grün. Das liegt an dem Farbstoff Chlorophyll, der die grünen Anteile des Sonnenlichts reflektiert. Die anderen Lichtanteile werden absorbiert und zu Stärke umgewandelt. Andere Farbpigmente in den Blättern überlagert das grüne Chlorophyll den Sommer über meist vollständig. Das sind Karotine (Orange), Anthozyane (Rot) und Xanthophylle (Gelb).

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Schwächere Sonne als ein Auslöser

Im Herbst aber erhalten die unterlegenen Farbpigmente ihre Chance: Ausgelöst durch die schwächere Sonneneinstrahlung, die kürzeren Tage und niedrigere Temperaturen sinkt die Fotosynthese-Rate. Dadurch wird nun weniger grünes Chlorophyll gebraucht und produziert – und die gelben, roten und orangenen Anteile des Lichts werden in den Blättern nicht mehr verbraucht, erklärt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz.

Nun können sich das Anthozyan, das Xanthophyll und das Karotin also zeigen: Das Blattwerk der Bäume und Sträucher erstrahlt in den schönsten Farben.

Manche Sträucher sind besonders farbenfroh

Manche Gehölze, die in unsere Gärten passen, stechen im Herbst optisch besonders hervor. Die Gartenakademie nennt Beispiele: Der Korkflügelstrauch (Euonymus alatus) wird leuchtend rot und der Rote Hartriegel (Cornus sanguinea) dunkelrot.

Orange werden die Blätter des Gewöhnlichen Schneeballs (Viburnum opulus), der Felsenbirne (Amelanchier ovalis oder laevis) und des Perückenstrauchs (Cotinus coggygria). Orange-rot färben sich die Aronia (Aronia melanocarpa) und der Essigbaum (Rhus typhina).

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Unter den Bäumen ist der Amberbaum (Liquidambar styraciflua) ein Tipp: Seine Blätter bieten mit Gelb, Orange und Rot alle Farben des Herbstes. Der Dreizahn-Ahorn (Acer buergerianum) zeigt sich in gelb-orangenen Tönen, der Pflaumendorn (Crataegus prunifolia), die Scharlachkirsche (Prunus sargentii) strahlen in Orange-Rot, und die Blätter des Tulpenbaums (Liriodendron tulipifera) färben sich gelb.

Der Blattfall ist ein Schutzmechanismus

Die Färbung mündet irgendwann im Blattfall. Das ist ein Schutzmechanismus der Bäume für die kalte Jahreszeit, da diese über die Blätter viel Wasser verdunsten, aber bei Frost nicht von unten über die Wurzeln nachversorgt werden können. Außerdem vergrößern die Blätter die Oberfläche eines Baumes. Bei Schneefall kann das Äste brechen lassen.