Bei einem Familien-Drama in Österreich wurden zwei Kinder und ihre Mutter mit Rettungshubschraubern in Kliniken geflogen. Für die Jungen kam die Hilfe aber zu spät. IMAGO/SEPA.Media

Was für eine unfassbare Tragödie in Österreich: Der zweijährige Johannes und sein drei Jahre älterer Bruder Matthias sterben bei einem Familien-Drama. Sie ersticken qualvoll, nachdem sie zunächst reanimiert werden konnten. Ihre Mutter (32) ringt in Deutschland mit dem Tod. Und ihr Vater gibt sich an allem die Schuld. Die Kinder starben an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung.

Was war passiert? Ein Unwetter hatte die Stromleitung zum Haus in der Gemeinde Lasberg im Bezirk Freistadt gekappt. Im Keller hatte der Vater ein Notstromaggregat stehen. Als er am Morgen gegen 5.30 Uhr das Haus in Richtung Arbeit verließ, schaltete er es an. Was er vergaß: Das Fenster zu öffnen. Ein Fehler, den seine Kinder mit dem Leben bezahlten.

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Kohlenmonoxid hatte sich im Keller ausgebreitet

Als die Mutter am Vormittag mit den beiden Jungs nachschauen wollte, ob alles in Ordnung ist, verloren die drei das Bewusstsein. Das giftige, unsichtbare und geruchslose Gas hatte sich im Keller ausgebreitet. Erst als die drei nach einiger Zeit nicht zurückkamen, machte sich die Oma (75), die bei der Familie lebt und gehbehindert ist, Sorgen. Sie alarmierte eine Tante der Kinder.

„Wir kamen nach dem Anruf gegen Mittag schnell aus Grünbach und ich sah beim Treppenabgang zur Garage Stefanie und die Buben liegen“, berichtet die nun in der Krone-Zeitung. Und: „Es roch verdächtig und ich rief nur, dass mein Lebensgefährte das Garagentor öffnen soll.“

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Jungen überleben Kohlenmonoxid-Vergiftung nicht

Laut ORF wurden alle drei reanimiert. Mit drei Rettungshubschraubern, zwei Notarztfahrzeugen und vier Rettungswagen kümmerte sich das Rote Kreuz vor Ort. Die kleinen Jungen wurden nach Graz und die Mutter nach Regensburg geflogen, die dortigen Kliniken sind auf Vergiftungsfälle spezialisiert. Für die Kinder aber kam jede Rettung zu spät, sie starben. Die Mutter kämpft in einer Druckluftkammer um ihr Leben, sei in einem kritischen Zustand.

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Der Vater nimmt alle Schuld auf sich. „Ich habe vergessen, das Fenster zu öffnen“, sagt er. Aber auch ein Nachbar, der gegen 8 Uhr das Notstromaggregat betankt haben soll, habe nicht daran gedacht, auf eine ausreichende Belüftung zu achten.  Das Notstromaggregat wurde sichergestellt. Es soll geprüft werden, ob ein technisches Gebrechen vorlag. Die Staatsanwaltschaft Linz hat Ermittlungen aufgenommen. „Wir sehen uns jetzt einmal den Sachverhalt an und überprüfen, ob jemand fahrlässig gehandelt hat“, so Sprecher Philip Christl gegenüber dem ORF.