Der 14-jährige Ruben Navarette machte die Fahrschule im Schnelldurchgang, um seine Familie aus den Flammen zu retten. Foto: Frederic J. Brown / AFP

Um vor den derzeit in Kalifornien lodernden Waldbränden zu fliehen, hat ein 14-jähriger Junge im Schnelldurchgang Autofahren lernen müssen. Ruben Navarrete lebte mit seiner Familie in einem Indigenen-Reservat in dem US-Bundesstaat, das zunehmend von den Flammen bedroht wurde.

Als es eine Evakuierungswarnung der Behörden gab, entschloss sich sein Onkel Josh, dem Teenager Fahrunterricht zu geben. „Stell’ Dir vor, es ist ein Videospiel“, habe sein Onkel gesagt, berichtete Ruben. „Konzentrier’ dich, ignoriere die Flammen und den Abgrund.“

Ruben und ein Teil seiner Familie nach der Rettung aus den Flammen. Foto: Frederic J. Brown / AFP

Nicht einmal zwei Tage ging das Fahrtraining, dann kam um Mitternacht der befürchtete Anruf: Evakuierung sofort starten. Die gesamte Familie einschließlich Rubens in einem Rollstuhl sitzendem Bruder teilte sich auf drei Autos auf – in der Mitte fuhr Ruben mit seinem Bruder. „Als es dann wirklich ernst wurde und ich fahren sollte, hatte ich riesige Angst“, berichtete der 14-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. Die Flammen seien hinter dem kleinen Konvoi immer näher gekommen. „Aber ich habe nicht zurückgeschaut.“

Lesen Sie auch: Kalifornien:Sieben weitere Tote bei schlimmsten Waldbränden der Geschichte

Am Ende landete die gesamte Familie in der Stadt Clovis, wo sie in einem Hotel unterkam. Für zehn Tage wird die Unterkunft vom Roten Kreuz bezahlt. Was danach passiert und was aus dem Haus der Familie geworden ist, weiß niemand.