Garmisch: Polizisten stehen am Unglücksort. dpa/Angelika Warmuth

Die Ermittlungen nach dem schweren Zugunglück von Garmisch, bei dem fünf Menschen starben und 40 weitere verletzt wurden, nehmen die Ermittlungen der Ursache langsam Fahrt auf. In den Fokus rücken nun die Schienen und Fahrgestelle der Zug-Waggons! Gegen drei Bahn-Mitarbeiter wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Ist das tragische Zugunglück von Burgrain bei Garmisch-Partenkirchen mit fünf Toten die Folge von Versagen mehrerer Bahn-Mitarbeiter? Zuvor hatte Bayerns Innenminister Herrmann noch von einem technischen Defekt gesprochen. Doch womöglich müssen sich dafür Mitarbeiter der Bahn persönlich verantworten. Die Staatsanwaltschaft München II ermittle gegen drei Bahnmitarbeiter wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Dienstag in Rosenheim mit. Nähere Angaben zu den Vorwürfen machten die Ermittler zunächst nicht. Dafür sei es beim derzeitigen Ermittlungsstand noch zu früh, sagte ein Polizeisprecher.

Bayerns Innenminster Herrmann: Ursache wohl technischer Defekt

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hatte dem Bayerischen Rundfunk gesagt, die Unfallursache werde „mit dem Schwerpunkt in Richtung technische Defekte gesucht“. Fahrgestelle von Waggons seien sichergestellt worden, „und es wird im Moment auch überlegt, inwieweit einzelne Schienen oder Schwellen sichergestellt werden müssen. Auf jeden Fall werden die im Moment peinlichst genau untersucht und vermessen“, sagte er.

Nach einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ plante die Deutsche Bahn auf der Unglücksstrecke in Kürze Sanierungsarbeiten an den Gleisen. Demnach sollten vom 25. Juni bis 9. Juli zwischen Oberau und Garmisch-Partenkirchen eine nächtliche Gleislageberichtigung und Schienenerneuerungen stattfinden. Die Deutsche Bahn habe auf Fragen der „Welt“ dazu mitgeteilt, aufgrund der laufenden Ermittlungen könne sie sich hierzu derzeit nicht äußern.

Zugunglück in Garmisch: Soko im Einsatz

Die Ermittlungen zur Unfallursache führt eine Soko „Zug“ unter Leitung der Staatsanwaltschaft München II. Auch die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung ist beteiligt. Ein Fehler des Fahrpersonals ist laut Herrmann im Moment nicht ersichtlich. Aber es werde immer noch in alle Richtungen ermittelt.

Ein Feuerwehrmann steht an der Unglücksstelle. Bei dem schweren Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen entgleisten mehrere Waggons eines Regionalzuges. dpa/Angelika Warmuth

Der Regionalzug von Garmisch-Partenkirchen nach München war am Freitagmittag kurz nach der Abfahrt plötzlich entgleist. Vier Frauen und ein 14-Jähriger aus der Region kamen zu Tode, 40 Menschen wurden verletzt. Unter den getöteten Frauen sind auch zwei Mütter aus der Ukraine, die mit ihren Kindern nach Bayern geflüchtet waren. Ein Mensch schwebte am Montag noch in Lebensgefahr. Mehrere Verletzte seien auch noch im Krankenhaus, aber „über den Berg“, sagte Herrmann.

Zugunglück in Garmisch: Letzter Waggon wurde geborgen

Der letzte umgestürzte Waggon wurde am Montag von Kränen geborgen und für den Abtransport zerlegt. Am Montagabend standen nur noch die Lok und zumindest ein Waggon auf dem Bahndamm.

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Wann die Bahnstrecke wieder freigegeben wird, ist derzeit völlig offen. Hier stehen die Ermittlungsarbeiten im Vordergrund, danach kann mit der Instandsetzung begonnen werden. Ersatzbusse seien im Einsatz, aber von nicht zwingend erforderlichen Zugfahrten im Bereich Garmisch-Partenkirchen - Murnau werde abgeraten, teilte die DB mit.