Spanische Winterlandschaft mitten in Madrid. Foto: Benjamin Cremel / AFP

Spaniens Hauptstadt verschwindet unter einer dichten Schneedecke: In Madrid haben die schwersten Schneefälle seit 50 Jahren für Verkehrschaos gesorgt. Der Flughafen der spanischen Hauptstadt musste am Freitagabend aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Für Samstag wurden weitere 20 Zentimeter Schnee erwartet. Auch andere Teile des Landes wurden von den Schneemassen heimgesucht.

Durch den heftigen Schneesturm „Filomena“ sind drei Menschen ums Leben gekommen. Das teilte Innenminister Fernando Grande-Marlaska am Samstag mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Der Innenminister sprach von „extrem schwierigen“ Wetterbedingungen.

Der spanische Wetterdienst Aemet rief für das Zentrum des Landes die Alarmstufe rot aus. Die Regionen Madrid, Castilla-La Mancha (Zentrum) und Valencia (Osten) waren am stärksten von den Schneefällen betroffen. Für Samstag wurden laut Aemet in der Hauptstadt und in der zentralen Hochebene des Landes durchschnittlich weitere 20 Zentimeter Schnee erwartet, in den höchsten Lagen könnten demnach sogar bis zu 50 Zentimeter fallen.

Auf Skiern durch die spanische Hauptstadt Foto: Gabriel Bouys/AFP

Auf mehr als 400 Straßen war der Verkehr gestört, hunderte Auto- und Lastwagenfahrer strandeten wegen der Wettersituation auf Rastplätzen oder blieben im Schnee stecken. Auch der Zugverkehr zwischen Madrid und Valencia war nach Angaben der Bahngesellschaft Renfe gestört. Das Rathaus der historischen Stadt Toledo musste mit Hilfe der Armee vom Schnee befreit werden.

In Madrid gab es seit 1971 keine derartigen Schneefälle mehr. Kinder bauten Schneemänner, während Menschen auf Skiern an ihnen vorbeifuhren. Der öffentliche Busverkehr sowie die Müllabfuhr wurden eingestellt. Der internationale Flughafen Barajas sollte den ganzen Samstag über geschlossen bleiben. Madrids Bürgermeister José Luis Martinez-Almeida veröffentlichte ein Video auf Twitter, in dem er die Menschen aufrief, zu Hause zu bleiben.

Lesen Sie auch: Absoluter Rekord: Kältepeitsche: Minus 35,4 Grad in Spanien gemessen!

Laut Wettervorhersage wird der Auslöser für den Schneefall - der Sturm Filomena - am Sonntag nach Nordosten weiterziehen. Zwar soll dadurch der Schneefall nachlassen, die außergewöhnlich niedrigen Temperaturen werden aber wohl bleiben. Ein inoffizieller nationaler Temperaturrekord von -34,1 Grad war am Mittwoch auf mehr als 2000 Metern Höhe an der privaten Wetterstation in Clot de la Llança in den zentralspanischen Pyrenäen gemessen worden.