Im heutigen Zeitalter werden die Gefahren durch Hackerangriffe immer größer. IMAGO/YAY Images

Es ist jetzt nun fast ein Jahr her, dass die Landkreisverwaltung Anhalt-Bitterfeld von Hackern angegriffen wurde, aber dennoch scheint sich die Sicherheitslage kaum verbessert zu haben. Nach dem Angriff am 6. Juli 2021 waren alle Systeme komplett lahmgelegt, Drucker, E-Mails, Nachrichten, nichts funktionierte. Der Grund für die Attacke? Man wollte Geld haben.

Der Angriff kostete einen Haufen Geld

Die Verantwortlichen verlangten nämlich 500.000 Euro, die über das Darknet überwiesen werden sollten und damit nur schwer aufspürbar wären. Zwar wurde das Lösegeld nicht bezahlt, trotzdem kostete der Vorfall den Landkreis rund 2 Millionen Euro. Gefunden werden konnten die Täter auch nicht, was nicht daran lag, dass es nicht versucht wurde. So ein Vorhaben ist allerdings schwer umzusetzen, so eine Expertin für Cybersecurity.

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Nadja Ungethüm war selbst Hackerin, die das System des FBI geknackt hat, und ist dank ihrer Erfahrungen nun Beraterin für Unternehmen in Sachen Online-Sicherheit. Sie sagt bei der „Kripo live“, dass die Methoden moderner Hacker mittlerweile so ausgeklügelt und kompliziert seien, dass sie schwer nachverfolgt werden könnten. Die Tatsache, dass laut ihr die Sicherheitslage in Deutschland katastrophal ist, macht das ganze umso schwieriger.

Selbst die Experten haben keine gute Lösung für solche Online-Gefahren. IMAGO/YAY Images

Hacker agieren nicht mehr wegen Geld, sondern Politik

Früher war das Ziel solcher Angriffe, genau wie hier, Geld zu machen. Jetzt aber durch Kriege und Informationskriege, die die Lage destabilisieren, sind viele Hackerangriffe auch politisch motiviert. Die Täter werden immer professioneller, das sagt auch Gerhard Schabhüser, der Vizepräsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik ist.

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Nun will man sich mit Notversorgungs-Netzwerken schützen, die wenigstens die Grundversorgung der Systeme schlimmstenfalls aufrechterhalten können. Nadja ist da allerdings skeptisch, sie denkt, die Cyberangriffe werden immer fortschrittlicher werden. So eine einfache Lösung für das Problem gibt es dann also leider doch nicht.