Sind die Böden zu trocken, droht eine Missernte Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Frühjahrsregen bleibt bislang aus, der Landwirtschaft droht eine Missernte, der Wald ist in einem Besorgnis erregenden Zustand. Die Gefahr einer Dürre bei anhaltender Trockenheit bereitet Forschern und Wirtschaft Sorgen.

„Die letzten beiden Jahre waren außergewöhnlich trocken. Die Böden brauchen nun Regen. Ihre Wasserspeicher sind nur zum Teil wieder aufgefüllt worden“, sagte Klimaforscher Mojib Latif, der am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel forscht, der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Der Landwirtschaft drohe eine Missernte: „Die Bauern haben aber noch Hoffnung. Wenn es in den kommenden zwei bis drei Wochen kräftig regnet, kann dies den trockenen April ausgleichen.“

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Auch beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach hieß es am Wochenende: „Die derzeitige Wetterlage erinnert etwas an den Dürresommer 2018.“ Ab Dienstag allerdings muss deutschlandweit verbreitet mit Schauern oder schauerartigem Regen gerechnet werden. Auch Gewitter seien möglich. Ob der Niederschlag aber auch die Mengen bringt, die die Landwirtschaft braucht und sich die Dürrelage entspannt, bleibt abzuwarten. Die trockenen Böden bergen zudem die Gefahr, dass es bei eintretendem Starkregen zu Überschwemmungen kommen kann. Die trockenen Böden nehmen das Regenwasser nicht auf, es kann nicht abfließen. Zum Start in die Woche bleibt es noch mild mit Temperaturen von 25 Grad oder mehr.

Ein Kiefernwald in Nordsachsen. Durch die Dürre der vergangenen zwei Jahre sind schon viele Bäume wegen des einhergehenden Borkenkäferbefalls gefällt. In Sachsen gab es im April 2020 bisher nur fünf Prozent des sonst üblichen Niederschlages.  Foto: Sebastian Willnow/dpa

Auch der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie warnt vor möglichen Folgen der Trockenheit. „Sollte die Trockenheit anhalten, kann es zu massivem Baumsterben in Deutschland kommen. Das bedroht unsere Ökosysteme und die langfristige Rohstoffgrundlage unserer Industrie. Holzindustrie und Forstwirtschaft sind deshalb extrem besorgt“, sagte Verbandsgeschäftsführer Denny Ohnesorge. Bereits in den letzten beiden Jahren hätten die heimischen Wälder unter extrem hohen Temperaturen, Niederschlagsmangel und Schädlingsbefall gelitten.

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„Nach drei Jahren Trockenheit kann man nicht mit Sicherheit vom Klimawandel sprechen“, ergänzte Experte Mojib Latif. Aber es deute alles auf den Klimawandel hin, wenn man die Trockenheit, die Durchschnitts-Temperaturen und die Niederschläge betrachtet.