Bis zum Herbst war Julian Reichelt Chefredakteur der Bild. Imago/Jörg Schüler

Im Herbst wurde Julian Reichelt nach Recherchen um Machtmissbrauch und die fehlende Trennung von Beruflichem und Privatem bei der Bild rausgeworfen, seither suhlt sich der 41-Jährige öffentlich in Selbstmitleid und der Opferrolle. Nun machte der Ex-Bild-Chef aber mal wieder mit einem Tweet zur Corona-Pandemie auf sich aufmerksam – und der klang fast schon ein bisschen nach dem ehemaligen Schlagersänger Michael Wendler.

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Julian Reichelt behauptet: Masken schützen nicht

In seinem neuesten Tweet behauptet der ehemalige Bild-Chef nämlich: „Masken schützen nicht unsere Gesundheit.“ Vielmehr würden sie der Psyche der Menschen, die sie tragen schaden. Vor allem der Psyche der Kinder. Ein Narrativ, was so auch schon mehrfach von Michael Wendler, zahlreichen Querdenkern und verschiedensten Akteuren der rechtsesoterischen Verschwörungsszene geäußert wurde.

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Auch heißt es in dem Tweet, das die Maskenpflicht das einzige Gesetz in Deutschland sei, das nahezu „ausschließlich von Bürgern durchgesetzt wird“. Reichelt will damit natürlich nicht die Ordnungsbehörden dazu auffordern, endlich härter durchzugreifen, sondern glaubt wieder einen seiner Lieblingsfeinde entdeckt zu haben: Die Blockwart-Mentalität.

Und er endet mit einem klaren Aufruf: „Es liegt an uns, diesen unterwürfigen Lauterbach-Fetisch nicht mehr mitzumachen.“ Man solle also einfach keine Maske mehr tragen, weil das ohnehin nur ein „Lauterbach-Fetisch“ sei. Klingt wie direkt von der letzten Corona-Leugner-Demo abgeschrieben.

Das zeigen auch die Reaktionen auf Twitter. Die einen sind entsetzt, posten beinahe verzweifelt die wissenschaftlichen Gegenbeweise für Reichelts „Masken schützen nicht“-Fake News, doch die erreichen das Publikum, das Reichelt wohl eigentlich ansprechen wollte, längst nicht mehr. Denn der Ex-Bild-Chef bekommt reihenweise Zuspruch aus erwartbarer Ecke.

Zuspruch für Reichelt aus der Verschwörungs-Ecke

Eine Kostprobe gefällig? „Ich bemühe mich seit Beginn an, da ich niemals meine Nase mit der Maske bedecke“, schreibt etwa eine Userin. Ein anderer findet: „Leider lassen einen die abgerichteten Verkäufer nicht in den Laden. Sie sind so konditioniert, dass sie sogar die falschen Masken erkennen“. Retweetet wurde das Statement etwa vom Berliner Corona-Leugner-Verein „Mutigmacher“, verschiedenen Anti-Impf-Initiativen, Corona-Leugnern verschiedenster Couleur, Profilen, die laut Beschreibung AfD-Mitgliedern gehören oder Profilen, die auf ihr Gettr-Profil verlinken. Gettr ist ein twitterähnlicher Dienst, auf dem die rechte Bubble aber unter sich bleibt.

Binnen einer Stunde hatte der Tweet von Julian Reichelt zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. Eine weitere Einordnung oder Klarstellung vom ehemaligen Bild-Chef zu seinem Aufruf, die Maskenpflicht zu missachten, gab es zunächst nicht. Nachdem Reichelts Tweet allerdings von Twitter mit einem Faktencheck-Hinweis versehen hatte, postete sich Reichelt in Rage darüber, dass seine Falschinformation nicht einfach stehengelassen wurde.

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Und das führt wieder zu Michael Wendler. Auch bei ihm hatte es damit angefangen, dass er keine Maske mehr tragen wollte. Inzwischen postet der ehemalige Schlagersänger täglich meist antisemitische Verschwörungstheorien zum Coronavirus auf Telegram. Ob Reichelt auch mal an diesem Punkt ankommen wird, bleibt abzuwarten.