Medizinisches Personal arbeitet auf einer Intensivstation für Corona-Patienten.
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Die EU-Gesundheitsagentur ECDC sieht die derzeitige Corona-Situation als eine große Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. In einem am Freitag veröffentlichten Bericht hieß es, in den europäischen Ländern hätten die Covid-19-Infektionen in den letzten Wochen erheblich zugenommen. Der Anstieg der gemeldeten Fälle sei nicht mehr nur auf vermehrte Tests zurückzuführen.

"Was wir jetzt sehen, ist eindeutig eine zweite Infektionswelle und wir erwarten, dass es noch schlimmer wird", sagte Agoritsa Baka, Expertin für Krisenvorsorge bei der ECDC, am Freitag dem Schwedischen Radio.

Besorgniserregend sei, dass nun auch wieder mehr ältere Menschen infiziert würden. "Viele Länder haben steigende Sterblichkeitsraten gemeldet, und die Gesamtzahl der Todesfälle ist seit über einem Monat gestiegen", hieß es in dem Bericht. Auch wenn die Sterberate niedriger sei als zu Beginn der Pandemie, müsse man damit rechnen, dass sie steigen werde. "Tatsächlich wird der Schutz medizinisch gefährdeter Personen mit einem hohen Grad an Übertragung durch die Gemeinschaft schwieriger, und es ist unvermeidlich, dass mehr Personen, die nicht als medizinisch gefährdet gelten, schwere Krankheiten entwickeln."

Derzeit gebe es nur sechs Länder in der Region, in denen eine stabile epidemiologische Situation vorliege. In 25 Ländern, darunter auch in Deutschland, sei die Situation besorgniserregend. Agoritsa Baka rät den Mitgliedstaaten: "Setzen Sie weiter auf die Rückverfolgung von Infektionen, unterstützen Sie Tests, bereiten Sie die Gesundheitssysteme auf einen erhöhten Druck vor und schützen Sie die gefährdete Bevölkerung."