Prinz Andrew soll in den Kindesmissbrauchsskandal um Jeffrey Epstein verwickelt sein. dpa/Joe Giddens

Die Zivilklage von Virginia Giuffre in New York soll vor allem eines erreichen: Die Schweigemauer von Prinz Andrew und den anderen Royals, die den zweiten Sohn der Queen fleißig mit ihrem Unwillen, den Fall aufzuklären, decken, zu brechen. Die britische Polizei, so hat es den Anschein, ist jedenfalls gewillt, an der Aufklärung des Falles mitzuwirken. Die Polizeichefin der Metropolitan Police in London, Cressida Dick, stellte in einem TV-Interview klar: „Niemand steht über dem Gesetz.“

Prinz Andrew genießt keine diplomatische Immunität

Das gelte auch für Prinz Andrew, sagte Dick. Der zweite Sohn der Queen werde Rede und Antwort stehen müssen. Auch, weil er keine diplomatische Immunität genieße, die ihn schützen könnte.

Londons Polizeichefin sagte in dem Interview mit dem Londoner Radiosender LBC auch, dass sie im Falle des Prinzen mit den Behörden in den USA eng zusammenarbeiten wolle, wenn es gewünscht sei. „Wir werden ihnen jede Unterstützung geben, wenn sie uns um etwas bitten, aber natürlich nur, wenn es im Rahmen unseres Gesetzes liegt“, sagte sie. 

DAS steht in der Klage gegen Prinz Andrew

Die Klage von Virginia Giuffre scheint der einzige Weg zu sein, Andrew zum Reden zu bringen. In der 15 Seiten langen Klageschrift wirft die Wahlaustralierin dem Prinzen vor, sie dreimal zum Sex gezwungen zu haben, als diese noch 17 war. Andrew habe damals gewusst, dass Giuffre minderjährig gewesen sei und von seinem Freund Jeffrey Epstein und dessen Komplizin Ghislaine Maxwell älteren Männern zum Sex „ausgeliehen“ wurde.

Giuffre ging mit diesen Vorwürfen zuletzt auch immer wieder an die Öffentlichkeit, um den Druck zu erhöhen. Prinz Andrew streitet sämtliche Vorwürfe ab. Trotz eines existierenden Fotos, dass Andrew, Virginia Giuffre und Ghislaine Maxwell zeigt, behauptet der Queen-Sohn sogar, die Frau noch nie in seinem Leben getroffen zu haben. Um sich reinzuwaschen, gab er der BBC vor anderthalb Jahren zudem ein Interview, doch dort redete er sich um Kopf und Kragen. 

Prinz Andrew, Virginia Giuffre und Ghislaine Maxwell. An dieses und weitere Treffen will sich der Sohn der Queen nicht mehr erinnern. Imago/Media Punch

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Seither hat Andrew eisern geschwiegen und sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Seine nächste Aussage dürfte er wohl bei der Polizei machen.