Ein Wolf blickt direkt in die Kamera - im Yellowstone National Park in den USA. Die Raubtiere erhielten jetzt in den meisten US-Bundesstaaten ihren Schutzstatus zurück. dpa/AP/National Park Service

Ein US-Richter hat den Schutzstatus für Wölfe in den meisten Bundesstaaten des Landes wieder hergestellt.

Bundesrichter Jeffrey White erklärte eine während der Amtszeit des früheren Präsidenten Donald Trump getroffene Entscheidung für unzulässig, den Wolf von einer Liste bedrohter Tierarten zu streichen. Die zuständige Naturschutzbehörde FWS habe bei ihrer Entscheidung im Oktober 2020 nicht ausreichend die Bedrohung von Wölfen außerhalb der Region der Großen Seen und der nördlichen Rocky Mountains in Betracht gezogen, wo besonders große Populationen leben, erklärte der Richter in seiner Urteilsbegründung.

Umweltschützer begrüßen Sieg für die Tiere

Umweltschützer begrüßten die Entscheidung. „Das ist ein Sieg für Wölfe im ganzen Land“, erklärte Collette Adkins vom Zentrum für biologische Diversität am Freitag. Die FWS müsse sich für die Erholung von Tierpopulationen einsetzen und nicht dafür, Tieren „voreilig“ ihren Schutzstatus zu entziehen.

Wölfe waren in den 1970er Jahren in den USA auf die Liste bedrohter Tierarten aufgenommen worden. Hatten einst rund eine viertel Million Wölfe in dem Land gelebt, wurden sie in den Jahrhunderten nach der Ankunft westlicher Siedler nahezu ausgerottet. Schätzungen zufolge lebten zwischenzeitlich nur noch tausend Wölfe südlich der Grenze zu Kanada. Als ihnen 2020 der Schutzstatus entzogen wurde, waren es rund 6000.

Sie töteten im Frühjahr 2021 mehr als 200 Wölfe

Nach ihrer Streichung von der Liste bedrohter Tierarten wurden hunderte Wölfe getötet. In einem Fall, der besonders für Empörung sorgte, wurden im Bundesstaat Wisconsin im Frühjahr 2021 in weniger als drei Tagen mehr als 200 Wölfe getötet.

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Wölfe stehen nun in den meisten US-Bundestaaten wieder unter Schutz. Nur in wenigen ist die Jagd auf Wölfe legal - etwa in Alaska. AP/dpa/Oregon Department of Fish and Wildlife

Trotzdem hielt auch die Regierung von Trumps Nachfolger Joe Biden an der Streichung des Schutzstatus für Wölfe fest und verteidigte den Schritt vor Gericht. Tierschützerin Adkins beklagte deswegen, sowohl von den Republikanern als auch von den Demokraten geführte Regierungen wollten den Bemühungen zum Schutz der Wölfe ein Ende bereiten. „Das ist frustrierend.“ Wölfe hätten eine wichtige Rolle im Ökosystem.

Die jetzige Gerichtsentscheidung betrifft 44 der 50 US-Bundesstaaten. In einigen Bundesstaaten - insbesondere in Alaska - ist die Jagd auf Wölfe legal.