Wenn das Lied Ein Prosit der Gemütlichkeit erklingt, wird im Festzelt der Bierkrug gehoben und angestoßen.
Wenn das Lied Ein Prosit der Gemütlichkeit erklingt, wird im Festzelt der Bierkrug gehoben und angestoßen. imago/Wolfgang Maria Weber

Man muss es lieben oder man hasst es: Für einige ist das Münchner Oktoberfest – besonders nach zweijähriger Corona-Pause – ein echtes Highlight in diesem Jahr, andere können den Wiesn-Wahnsinn einfach überhaupt nicht verstehen. Besonders die Preise in den Festzelten treiben vielen den Schweiß auf die Stirn! Mitten in der Krise zahlen Tausende Menschen bereitwillig satte 13,20 Euro für einen Maßkrug Bier. Das lädt zu Rechen-Spielen ein, die uns zum Staunen bringen.

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Der Preis für einen Maßkrug liegt in diesem Jahr bei bis zu 13,20 Euro – dafür bekommt der Kunde im großen Krug einen Liter Bier ausgeschenkt. In den verschiedenen Festzelten auf dem Gelände sitzen über den Tag verteilt Tausende Menschen, trinken ihr Bier. In einem Zelt mit 2500 Menschen, in dem jeder Gast ein Bier trinkt, fließen also satte 33.000 Euro für Oktoberfest-Bier.

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Der Münchner Radiosender „charivari“ hat die Rechnerei noch auf die Spitze getrieben. Denn: Es gibt auf dem Oktoberfest eine besonders alte Tradition des Zuprostens: Wenn die Kapelle im Zelt „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ spielt, heben die Gäste mehrfach ihre Krüge, im Anschluss wird angestoßen und getrunken. Das Lied gehört zu den meistgespielten auf dem Oktoberfest, erklingt im Festzelt laut Schätzungen etwa zwei- oder dreimal pro Stunde.

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Tausende Menschen finden in den Bierzelten auf dem Oktoberfest einen Platz.
Tausende Menschen finden in den Bierzelten auf dem Oktoberfest einen Platz. dpa/Sven Hoppe

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Und nun zur Rechnung: Beim Radiosender geht man davon aus, dass bei einem Bierpreis von 13,20 Euro pro Liter ein Milliliter des Festzelt-Bieres 1,32 Cent kostet. Ein Schluck Bier wird in der Rechnung mit 50 Milliliter veranschlagt, was bedeutet: Ein Schluck Bier kostet den Trinker 66 Cent.

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So viel Geld fließt, wenn das Bier auf dem Oktoberfest fließt...

Und nun wird es spannend: Sitzen in einem der größeren Festzelte 6000 Menschen, jeder mit einem Bier, trinken bei „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ 6000 Menschen jeweils einen Schluck, verdient der Wirt in diesem Moment stolze 3960 Euro – in wenigen Sekunden!

Die Rechnung ist unglaublich, aber wahr – auch wenn sie nicht ganz fair ist. Denn selbstverständlich müssen auch noch Ausgaben der Wirte abgezogen werden, die Kosten für Materialbeschaffung, Miete, Personal, Versicherungen. Aber: Fakt ist in jedem Fall, dass beim „Prosit“ im Zelt mit 6000 Gästen im Moment des Trinkens 300 Liter Bier die durstigen Kehlen hinabstürzen – und das ist nur ein Zelt auf dem riesigen Oktoberfest… insgesamt gibt es in diesem Jahr 17 Festzelte in unterschiedlichen Größen.

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Übrigens: Der Wiesn-Hit „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ hat seine Wurzeln gar nicht in Bayern. Komponiert wurde es vom Buchhalter Bernhard Dietrich (1840 – 1902), der im sächsischen Chemnitz lebte. Über ihn ist nicht viel bekannt – das Lied ist das einzige seiner Kompositionen, das es zu Popularität schaffte. Es kam in Männergesangsvereinen gut an, wurde aber erst durch das Oktoberfest wirklich berühmt.