Hier wächst Chondrostereum purpureum an einem Baum. Erstmals wurde nun der Befall eines Menschen mit dem für Pflanzen tödlichen Pilz nachgewiesen.
Hier wächst Chondrostereum purpureum an einem Baum. Erstmals wurde nun der Befall eines Menschen mit dem für Pflanzen tödlichen Pilz nachgewiesen. agefotostock/imago

Ein Pilzsammler aus Indien hat sich mit einem Pilz infiziert, der eigentlich nur Pflanzen befällt und für diese tödlich ist. Der Mann kam mit grippeähnlichen Beschwerden wie Husten und Problemen beim Schlucken in eine Klinik. Dort wurde dann der gefährliche Pilz entdeckt, wie ein medizinisches Journal berichtet!

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Der Mann hatte einen Abszess, also eine Ansammlung von Eiter, in seiner Luftröhre. Nachdem Chirurgen die Flüssigkeit aus dem Abszess entfernt hatten, nahmen sie eine Probe und sandten sie ins Labor. Zur Überraschung der Ärzte hatte der Mann einen für Pflanzen tödlichen Pilz in seinem Hals: Chondrostereum purpureum – der violette Knorpelschichtpilz.

Mann hatte parasitären Pflanzenpilz in seiner Luftröhre

Dieser Pilz wächst normalerweise parasitär an Pflanzen und verursacht dort Weißfäule. Sie tötet die Pflanzen langsam. In Europa wächst der violette Knorpelschichtpilz vor allem an Buchen. Es ist der weltweit erste Fall, wo der Befall eines Menschen mit dem für Pflanzen tödlichen Pilz nachgewiesen wurde.

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Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Mann bei seiner Arbeit befallen wurde. Er arbeitet als Pflanzenmykologe – untersucht also genau diese Pilze, Hefen und Schimmel an Pflanzen.

Pilze können von Pflanzen auf Menschen überspringen

Die Forscher, die über den kuriosen Pilzbefall im Journal Fallberichte aus der medizinischen Mykologie (Medical Mycology Case Reports) berichteten, waren selbst erstaunt über den Fall. „Dieser Fall unterstreicht das Potenzial von Pflanzenpilzen in der Umwelt, beim Menschen Krankheiten zu verursachen“, schreiben sie.

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So zeigt er, dass Pilze sowohl gesunde wie auch Menschen mit Immunschwächen angreifen können. Der Mann hatte sich neben dem Husten bei den Ärzten auch über chronische Müdigkeit, Probleme beim Schlucken und Heiserkeit beklagt. Ein Röntgenbild brachte keine Klarheit. Erst ein Bild mit dem Computertomografen zeigte den Abszess.

Hätten die Ärzte ihn nicht rechtzeitig entdeckt, hätte der Mann daran sterben können, heißt es. Seine Atmung wäre irgendwann ausgefallen. Doch die Ärzte konnten dem Mann helfen. Der Abszess wurde entfernt und er mit Antipilzmitteln behandelt.

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Klimawandel mit schuld an Pilzausbreitung

Die Forscher betonten in ihrem Bericht zudem, dass in den letzten Jahren mehrere krankheitserregende Pilze entdeckt wurden. Eine Ursache dafür sei auch der Klimawandel. Durch steigende Temperaturen würde es mehr Mutationen geben. Dadurch würden die Pilze sich besser an den menschlichen Körper anpassen und könnten mit Medikamenten schlechter behandelt werden.

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Erst vergangene Woche warnten Forscher vor einem weiteren gefährlichen Pilz: Candida auris. Er verbreitet sich immer weiter. Laut der US-Gesundheitsbehörde tötet er bis zu 60 Prozent der Infizierten.