Les McKeown im Juli 2010 anlässlich der Veröffentlichung der CD-Box «Rollermania: Bay City Rollers The Anthology».  dpa

Mit seiner Pop-Band Bay City Rollers begeisterte er vor allem junge Frauen  - nun ist der einstige Mädchenschwarm und Sänger Les McKeown im Alter von 65 Jahren überraschend gestorben. Das bestätigte seine Familie am Donnerstag auf Anfrage der dpa in London. Einer Mitteilung auf Facebook zufolge starb McKeown am 20. April. «Mit großer Trauer müssen wir den Tod unseres geliebten Mannes und Vaters Leslie Richard McKeown bekanntgeben», hieß es darin. Woran der Sänger starb, wurde nicht bekannt.

Größte Erfolge in den 1970ern 

Die Bay City Rollers feierten in den 1970er Jahren weltweit Erfolge mit Songs wie «Bye Bye Baby» und «Shang-a-Lang». Vor allem bei Jugendlichen kamen die fünf Jungs aus Schottland, die mit ihrem Tartan-Look (traditionelle Karo-Muster) auch modisch Trends setzten, gut an. Ihre Musik wurde auch als «Bubblegum Pop» (Kaugummi-Pop) bezeichnet. Laut BBC verkauften die «Rollers» rund 120 Millionen Tonträger.

McKeown führte die Band von 1973 an zu ihren größten Erfolgen. Viele ihrer Lieder waren Cover-Versionen, doch mit «Give A Little Love» landete die Gruppe in Großbritannien auch mit einem eigenen Song einen Nummer-1-Hit. 1978 trennten sich die Wege. Der Sänger tourte bis zuletzt mit einer Band unter dem Namen McKeown's Bay City Rollers durch die Welt.

Ein tödlicher Unfall inmitten einer Tournee wurde zum Schock   

Doch es war nicht alles Heiterkeit für McKeown. Bei einem Heimatbesuch inmitten einer Tournee verursachte er 1975 in Edinburgh einen Unfall, bei dem eine 76 Jahre alte Frau ums Leben kam. Der BBC zufolge wurde er in einem Prozess der fahrlässigen Tötung durch Gefährdung im Straßenverkehr angeklagt, aber freigesprochen. Den Schock, berichtete er später, habe er sehr lange nicht verarbeitet.

Die Bay City Rollers in den 70ern: Stuart Woody Wood, Derek Longmuir, Ian Mitchell, Eric Faulkner und Leslie McKeown (v.l.n.r.) imago