Zerstörte Autos auf der beliebten italienischen Mittelmeerinsel Ischia.
Zerstörte Autos auf der beliebten italienischen Mittelmeerinsel Ischia. AFP/Ansa

Im Schlamm versunkene Autos, bis ins Meer gerissene Busse, Schutt und Verwüstung in den Straßen: Heftige Unwetter haben am Sonnabend im Norden der italienischen Mittelmeerinsel Ischia Überschwemmungen, Chaos und Zerstörung angerichtet. Medienberichten zufolge gab es mindestens siebem Tote.

Die Suche nach Vermissten dauern am Sonntag an. Die Regierung rief den Notstand für die Insel aus. Noch gelten zehn Personen als vermisst. Acht Vermisste, darunter ein Kind, waren im Laufe des Samstages wiedergefunden und in Sicherheit gebracht worden.

Nach einer Sondersitzung der Regierung sei eine erste Tranche von Hilfsgeldern in Höhe von zwei Millionen Euro freigegeben worden, erklärte Zivilschutzminister Nello Musumeci.

„Es ist eine Tragödie“, sagte der Chef des Zivilschutzes. Seine Behörde hatte am Freitag vor Stürmen und Unwettern in der süditalienischen Region Kampanien, zu der die bei Touristen beliebte Insel Ischia gehört, gewarnt. Die Vermissten wohnten demnach in Häusern, die von einer Schlammlawine beschädigt wurden.

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Angaben vom italienischen Infrastrukturminister Matteo Salvini, wonach acht Menschen ums Leben kamen, wurden später von Innenminister Matteo Piantedosi zurückgewiesen.

Auf der Insel evakuierten die Behörden Menschen aus ihren Wohnungen, wie der Zivilschutz twitterte. Über die Zahl der Toten gab es im Laufe des Tages unterschiedliche Angaben. 

Autos liegen bei Casamicciola Therme im Meer.
Autos liegen bei Casamicciola Therme im Meer. AFP/Ansa

Unwetter: Boote und Hubschrauber können Insel nur schwer erreichen

Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben seit dem frühen Samstagmorgen wegen der Überschwemmungen und Erdrutsche im Einsatz. Einsatzkräfte retteten demnach zwei Menschen aus einem Auto, das ins Meer gerissen wurde. Vom Festland entsandten die Behörden aus Neapel weitere Verstärkung und Spezialisten auf die beliebte Mittelmeer-Ferieninsel.

Feuerwehrleute tragen einen Mann aus dessen Haus auf Ischia.
Feuerwehrleute tragen einen Mann aus dessen Haus auf Ischia. AFP/Ansa

Laut Feuerwehr hatten Boote und Hubschrauber Schwierigkeiten, die Insel zu erreichen. Auf Fernsehbildern und einem Video der Feuerwehr waren völlig zerstörte Autos, von Schlamm bedeckte Straßen, mitgerissener Schutt und ein Hang zu sehen, an dem zuvor ein Erdrutsch abgegangen zu sein schien. Auf Twitter kursierte ein Video von einem Mann, der in einem Gebäude im Dunkeln bis zu Brust im Schlamm steckte.

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Ischia: Viele Familien in Häusern eingeschlossen

Viele Familien waren laut Medienberichten in ihren Häusern eingeschlossen. Die Behörden wiesen die Menschen in mehreren Kommunen der Insel an, zu Hause zu bleiben.

Zerstörte Häuser, die von dem Erdrutsch an einem Hang in Casamicciola auf der italienischen Insel Ischia erfasst worden waren. 
Zerstörte Häuser, die von dem Erdrutsch an einem Hang in Casamicciola auf der italienischen Insel Ischia erfasst worden waren.  Afp/Ansa/Ciro Fusco

„Die Suche nach den Vermissten, die Evakuierungen und die Hilfe für Menschen in Gefahr gehen weiter“, schrieb das Amt für Zivilschutz im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Die Rettungsbemühungen bleiben aufgrund der Wetterbedingungen komplex.“

Bilder der Verwüstung auf Ischia. Mehrere Menschen gelten noch als vermisst.
Bilder der Verwüstung auf Ischia. Mehrere Menschen gelten noch als vermisst. dpa/Guardia Costiera

2017 gab es Erdbeben in Casamicciola

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni dankte den Rettungskräften für ihren Einsatz, wie ihr Amtssitz in Rom mitteilte. Sie stehe in Kontakt mit den Behörden vor Ort. Ischias Bürgermeister Enzo Ferrandino ordnete bereits am Freitag wegen des angekündigten Unwetters an, Schulen, Parks und Friedhöfe für Samstag zu schließen.

Casamicciola Terme, ein Kurort mit rund 8000 Einwohnern, hatte 2017 bereits ein Erdbeben erlebt, bei dem zwei Menschen ums Leben gekommen waren. Ende des 19. Jahrhunderts war der Ort durch ein starkes Erdbeben vollständig zerstört worden.