In Russland beschäftigt ein Fall die Polizei, bei dem ein Vater den Vergewaltiger seiner achtjährigen Tochter erstochen haben soll (Symbolbild). Imago Images

Wie muss es einem Vater ergehen, dessen bester Freund sich als Vergewaltiger seiner Tochter entpuppt? Wie muss er sich fühlen, wenn er sich für einen Kumpelsabend mit dem Mann in der Kneipe trifft, bei dem er plötzlich die widerlichen Bilder entdeckt, die ihn fortan nie wieder loslassen werden? Und wie bestraft man einen Mann, der im Affekt eben diesen Verbrecher tötet? Es sind Fragen, die derzeit in Russland diskutiert werden und werden müssen.

Es ist ein unfassbares Drama, dass sich im kleinen Ort Vintai abgespielt hat. Der 34-jährige Fabrikarbeiter Vyacheslav M. saß mit seinem Freund Oleg S. (32) in einer Bar und trank ein Bier, als er den schrecklichen Clip auf dem Telefon des Mannes sah.

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Der erschrockene Vater wollte ihn zur Rede stellen. Doch der lief davon. Oleg S. war ein enger Freund der Familie, hatte die Tochter mehrfach gebabysittet. Aber sie wohl dabei angeblich mehrmals sexuell missbraucht.

Die Vergewaltigungen wurden der örtlichen Polizei gemeldet, die eine Fahndung nach Oleg S. startete. Doch der verzweifelte Vater hatte seinen Kumpel zuerst aufgespürt – er erstach ihn.

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Mutmaßlicher Mörder des Vergewaltigers wird als Held gefeiert

Vyacheslav M. behauptet nun, Oleg S. sei in einem Wald in der Nähe ihres Dorfes „während eines Streits über das Messer gestolpert“. Der Vater wurde festgenommen, der Fall wird untersucht. Auf dem Handy von Oleg S. wurden Aufnahmen von drei weiteren Kindern gefunden, die er vermutlich sexuell missbraucht hat.

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Freunde bestätigten, dass Oleg S. „ständig“ mit jungen Mädchen – einschließlich der älteren Tochter seines mutmaßlichen Mörders – in ihrem Heimatdorf Vintai herumgehangen hat. „Niemandem ist in den Sinn gekommen, was er mit den Kindern macht“, sagte ein Freund, der Oleg S. seit 15 Jahren kannte.

In seinem Dorf und im Internet wird Vyacheslav M. nun laut der britischen Zeitung The Sun als Held gefeiert.  Forderungen werden laut, dass der Vater nicht wegen Mordes angeklagt werden sollte. Einer sagte: „Er ist kein Mörder – er hat auch seine Tochter und unsere Kinder beschützt.“ Die prominente Fernsehjournalistin und ehemalige russische Präsidentschaftskandidatin Ksenia Sobchak sagte: „Alle Eltern stehen für den Mörder des Pädophilen ein.“

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Vyacheslav M. wurde daraufhin in Hausarrest entlassen. Russische Sicherheitskräfte halten Verdächtige, die Tötungen gestehen, normalerweise in Untersuchungshaft – für ihn haben sie sich aber entschieden, eine Ausnahme zu machen.