Eine Straßenbahn in Halle an der Saale. Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Nach einem Hinweis auf die Maskenpflicht ist ein Tramfahrer in Halle in Sachsen-Anhalt von einem Fahrgast angegriffen und verletzt worden. Er musste ärztlich versorgt werden. Der Angriff weckt Erinnerungen an einen ähnlichen Fall aus Frankreich, der für einen Busfahrer sogar tödlich ausging. 

Laut Polizei ereignete sich der Vorfall in der Nacht zum Freitag. Nachdem der Straßenbahnfahrer einen Mann aufgefordert hatte, in der Tram eine Maske zu tragen, lauerte der Mundschutz-Verweigerer dem Fahrer an der Endhaltestelle in Kröllwitz, im Nordwesten der Stadt, auf. Als der Fahrer den dortigen Pausenraum verließ, stürzte der Angreifer auf den Fahrer zu und schlug ihn. 

Es sei eine „überhaupt nicht nachvollziehbare und gemeine Tat“ gewesen klagte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Freitag auf einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in der Stadt an. Das Opfer musste laut Wiegand ärztlich versorgt werden. Über die Schwere der Verletzung machte er jedoch keine Angaben. Gegen den Angreifer sei eine Anzeige erstattet worden. Es handle sich um den ersten bekannten Angriff dieser Art in der Stadt, sagte Wiegand.

Mehr aktuelle Nachrichten aus dem Ressort Panorama finden Sie hier >>

Matthias Lux, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Halle, die den öffentlichen Nahverkehr (Havag) betreiben, verurteilte den Angriff auf seinen Mitarbeiter. „Wir werden solche Handlungen nicht dulden und stellen Strafantrag“, wird er in der „Mitteldeutschen Zeitung“ zitiert. Die Havag stärkte dem verletzten Fahrer auch in der Sache noch einmal den Rücken und wie darauf hin, dass in den öffentlichen Verkehrsmitteln eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes herrsche - und Fahrer befugt sind, bei einem Verstoß einen Fahrgast des Fahrzeuges zu verweisen.