Ein Mädchen wurde vom Freund ihrer Mutter missbraucht und zum Sex angeboten, die Mutter wusste davon und duldete es. Foto: imago images/Panthermedia

Ein Mädchen aus Unterfranken soll vom Freund seiner Mutter anderen Männern zum Sex angeboten worden sein – von Montag (26. April) an müssen sich die Frau und ihr Lebensgefährte wegen des sexuellen Missbrauchs verantworten. Sechs Verhandlungstage sind nach Gerichtsangaben geplant, Mitte Mai könnte das Urteil des Landgerichts Schweinfurt gegen die beiden Deutschen gesprochen werden.

Mindestens zwei Männer sollen das verbrecherische Angebot des 49 Jahre alten Angeklagten auf einem Autobahnparkplatz angenommen und das Mädchen missbraucht haben. Einer wurde gefasst und muss sich in einem gesonderten Verfahren verantworten.

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Der angeklagte Lebensgefährte der Kindsmutter soll sich auch selbst an dem Mädchen vergangen haben. Es soll neun Jahre alt gewesen sein, als der Mann anfing, es sexuell zu missbrauchen. Er ist auch wegen Anstiftung zum Kindesmissbrauch angeklagt und laut Staatsanwaltschaft weitgehend geständig.

Eine Vielzahl von Übergriffen von Ende 2018 bis Juli 2020

Die Mutter der Schülerin soll von den Übergriffen ihres Partners gewusst und diese toleriert haben. Die 39-Jährige sitzt wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern durch Unterlassen in Untersuchungshaft.

Nach Polizeiangaben geht es um eine Vielzahl von Übergriffen von Ende 2018 bis Juli 2020 vorwiegend in einer Wohnung. Teilweise wurden davon Bilder und Videos angefertigt. Die Ermittlungen kamen durch einen Lastwagenfahrer ins Rollen, dem der 49-Jährige im vergangenen Juli auf einem Parkplatz an der Autobahn 70 sexuelle Dienstleistungen der Minderjährigen angeboten haben soll – gegen Geld.

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Der Fall erinnert damit an den Missbrauchskomplex Staufen in Baden-Württemberg. Im Januar 2018 waren die Verbrechen an einem Jungen aus dem Ort bekannt geworden und hatten bundesweit Entsetzen ausgelöst. Seine Mutter und ihr Freund hatten das Kind über zwei Jahre vergewaltigt und anderen Männern aus dem In- und Ausland gegen Geld für schwere sexuelle Gewalttaten überlassen.

In dem Fall aus Unterfranken soll der 49-Jährige das Kind in mindestens zwei Fällen einem 50-Jährigen für sexuelle Handlungen überlassen haben. Dieser Mann soll sich vom 26. Mai an vor dem Landgericht verantworten. Er war im September 2020 festgenommen worden und sitzt seither wegen des Verdachts der Verbreitung pornografischer Schriften und Kindesmissbrauchs in zwei Fällen in Untersuchungshaft.