Amanda Knox spricht auf dem italienischen Justiz-Festival 2019. Imago/Italy Photo Press

Für die einen ist sie eine kaltblütige Mörderin, für die anderen ein Justizopfer. Es gab unterschiedliche Urteile und zahlreiche Recherchen, die beide Interpretationen zulassen. Letztendlich wurde Amanda Knox aber 2015 aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nach dem abschließenden Urteil schien das leben der US-Amerikanerin wieder in geordnete Bahnen zu laufen. Sie erhielt eine Entschädigung vom italienischen Staat, fand einen Job, heiratete und wurde nun sogar schwanger. Doch das Glück hielt nicht lange an. Sie verlor das ungeborene Kind im ersten Trimester.

Amanda Knox: Ich hatte eine Fehlgeburt

In ihrem Podcast „Labyrinths: Getting Lost with Amanda Knox“ (deutsch: Labyrinthe: Verloren gehen mit Amanda Knox) sprach die 34-Jährige unter Tränen über den Moment, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass das Kind in ihrem Bauch keinen Herzschlag habe. Es habe schon zuvor Probleme gegeben, sagte sie. So hätten die Ärzte festgestellt, dass der acht Wochen alte Embryo auf dem Entwicklungsstand eines sechs Wochen alten Embryos sei. „Es war nicht gewachsen“, sagt sie.

Es sei nur schwer für sie zu verstehen gewesen, dass ihr ungeborenes Kind tot war. Schließlich habe sie lange nichts davon gemerkt, da der tote Embryo in der Gebärmutter blieb, bis der Tod festgestellt wurde. „Ich war unglaublich enttäuscht, dass das die Geschichte meiner ersten Schwangerschaft war“, so Knox.

Immer mehr Frauen machen ihre Fehlgeburt öffentlich

Knox begann anschließend alles zu hinterfragen. Stellte auch die These auf, dass die Fehlgeburt etwas mit ihrem Gefängnisaufenthalt in Italien zu tun haben könnte, doch diese Gedanken verwarf sie offenbar wieder. Sie versuche nun, erneut schwanger zu werden. Das, so sagt sie, sei der beste Weg, um nach vorne zu schauen. 

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Schon vor Amanda Knox haben zahlreiche berühmte Frauen ihre Erfahrungen mit Fehlgeburten öffentlich gemacht, um Frauen ihre Sorge zu nehmen, sie seien unnormal. Noch immer werden Fehlgeburten in unserer Gesellschaft stigmatisiert und Frauen, die sie erleben, als unvollkommen abgestempelt. Berühmte Frauen wie Model Chrissy Teigen oder auch Herzogin Meghan machten ihre Fehlgeburten im vergangenen Jahr öffentlich, um das zu ändern. 

Amanda Knox machte ab dem Herbst 2007 Schlagzeilen. Während eines Auslandssemesters im italienischen Perugia war sie in den Mordprozess um die britische Studentin Meredith Kercher involviert. Zunächst wurde sie des Mordes schuldig gesprochen und zu 26 Jahren Haft verurteilt. In zweiter Instanz wurde sie freigesprochen, in dritter wieder verurteilt. In vierter wurde sie aus Mangel an Beweisen vom Verdacht des Mordes freigesprochen. Die Verurteilung zu drei Jahren Haft wegen Verleumdung eines Dritten, den Mord begangen zu haben, wurde bestätigt, aber durch die bereits vierjährige Inhaftierung als abgegolten eingestuft. Seit 2011 lebt sie wieder in den USA.