Auch in Deutschland ist die Biografie von Prinz Harry in den Buchläden - hier  im Kulturkaufhaus Dussmann in Berlin.
Auch in Deutschland ist die Biografie von Prinz Harry in den Buchläden - hier  im Kulturkaufhaus Dussmann in Berlin. dpa/Jens Kalaene

Er schnupfte Kokain, hatte sein erstes Mal mit einer älteren Frau, zofft sich mit Bruder William (40) und Papa Charles (74): Nun können wir endlich Prinz Harrys Enthüllungen über die Royals lesen. Seine Autobiografie „Reserve“ ist endlich da. Der 38-Jährige soll fette 154 Millionen Euro kassiert haben.

Bereits um Mitternacht ging der Verkauf in einigen Londoner Buchläden los. Als Vorauszahlung habe Harry allein schon umgerechnet 20 Millionen Euro für die Biografie erhalten, die er mit dem Ghostwriter J.R. Moehringer schrieb. Dazu kommen die Millionen-Honorare der TV-Sender, mit denen der Prinz sprach.

Insider gehen von insgesamt 154 Millionen Euro aus. Nach Angaben in dem Buch hat Harry bereits 1,4 Millionen Euro an die von ihm mitgegründete Organisation Sentebale gestiftet, die an Aids erkrankte Kinder und Aidswaisen im südlichen Afrika unterstützt.

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In dem Buch ätzt Prinz Harry immer wieder gegen seinen Bruder William, dessen Frau Kate und Papa Charles.
In dem Buch ätzt Prinz Harry immer wieder gegen seinen Bruder William, dessen Frau Kate und Papa Charles. Phil Harris/dpa

Das über 500 Seiten starke Buch hat Harry mit einer Widmung versehen: „Für Meg und Archie und Lili... und natürlich für meine Mutter“. Zu Beginn beschreibt Harry eine Begegnung mit seinem Vater und seinem Bruder William (40) nach der Beerdigung von Prinz Philip (2021).

Charles bat Sohn Harry: „Bitte mache mir meine letzten Jahre nicht zur Hölle“

Dabei sei es „so hitzig“ geworden, dass König Charles III. (damals noch Thronfolger) seine Söhne bat: „Bitte, Jungs – macht mir meine letzten Jahre nicht zur Hölle“, schreibt Harry. Und er stellt sich die Frage: „Mein geliebter Bruder, mein Erzfeind, wie hatte das geschehen können?“

In mehreren TV-Interviews macht Harry seiner Familie schwere Vorwürfe. Sie hätten die Stimmung gegen ihn und seine Ehefrau Herzogin Meghan (41) angeheizt, indem sie der Presse Informationen gegen das Paar zugesteckt hätten. Die Royal-Family müsse nun Verantwortung übernehmen, sonst gibt es keine Versöhnung, so der Prinz.

Eine Rückkehr in die erste Reihe der königlichen Familie schloss er grundsätzlich aus. Ein solcher Schritt sei „unüberlebbar“, sagte Harry. „Das ist wirklich traurig, denn das zerstört im Wesentlichen die Beziehung zwischen uns.“ Harry und Meghan hatten ihre royalen Pflichten bereits vor längerer Zeit aufgegeben und wohnen mit den Kindern Archie (3) und Lilibet (1) in Kalifornien.

Prinz Harry imInterview mit dem britischen Sender ITV - auch hier soll viel Geld geflossen sein.
Prinz Harry imInterview mit dem britischen Sender ITV - auch hier soll viel Geld geflossen sein. dpa/Harry: The Interview On Itv1 

Prinz Harry: Kein Zurück ins Königshaus

In dem Buch spricht Harry viel über die schwierige Beziehung zu Prinz William. Ihre Mutter, die 1997 tödlich verunglückte Prinzessin Diana, wäre traurig, wenn sie den Streit zwischen den Brüdern erleben müsste, sagte Harry in einem TV-Gespräch.

Im Interview des britischen Senders ITV wirft er den Royals vor, sie hätten seine Frau Meghan nicht gegen die britischen Medien verteidigt. William und dessen Ehefrau Prinzessin Kate hätten Meghan nicht willkommen geheißen. Grund seien teils rassistische Vorurteile der britischen Presse gegen die geschiedene Ex-Schauspielerin gewesen. Das Königshaus schweigt bislang zu den Anschuldigungen.

Die britischen Prinzen Harry (li.) und William: Zwischen ihnen geht gar nichts mehr. stehen bei der Enthüllung der Statue ihrer Mutter Diana Rücken an Rücken im Sunken Garden des Kensington-Palastes (2021). Foto: 
Die britischen Prinzen Harry (li.) und William: Zwischen ihnen geht gar nichts mehr. stehen bei der Enthüllung der Statue ihrer Mutter Diana Rücken an Rücken im Sunken Garden des Kensington-Palastes (2021). Foto:  Dominic Lipinski/dpa

Harry greift nun auch seine Stiefmutter Queen Camilla heftig an. Camillas Bedürfnis, ihr Image aufzubessern sowie ihre Bereitschaft, Beziehungen zur britischen Presse aufzubauen, machten sie gefährlich, behauptete er. Zugleich nahm er Camilla in Schutz. Sie sei „keine böse Stiefmutter“, sagte Harry. Er betonte, er liebe alle Familienmitglieder sehr.

Zu seiner Großmutter Queen Elizabeth II., die im September starb, habe er eine sehr gute Beziehung gehabt, sagte er. „Sie wusste, was los war. Sie wusste, wie schwer es war. Sie sagte mir nie, dass sie sauer war. Ich glaube, sie war traurig, dass es so weit kam“, erzählte Harry über seinen Auszug aus dem Königshaus.