Der Impfstoff von Johnson&Johnson. Foto: dpa/Jessica Hill

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat dem Corona-Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson – in Deutschland Janssen – grünes Licht gegeben. Damit ist nach den Vakzinen von Biontech/Pfizer, Moderna sowie Astrazeneca nun ein viertes Corona-Mittel in Europa bedingt zugelassen. Formal muss noch die EU-Kommission zustimmen. Das Besondere: Es handelt sich um das erste Präparat, das nur einmal gespritzt werden muss, um eine Immunisierung zu erreichen. Alle anderen zugelassenen Vakzine müssen zweimal gespritzt werden.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in New Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey gab in einem Zwischenergebnis seiner Phase-III-Studie bekannt, dass der Impfstoff mit dem Namen Ad26.COV2-S vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen biete. Das Risiko für schwere Verläufe konnte um 85 Prozent gesenkt werden. Weniger wirksam ist der Impfstoff womöglich bei der südafrikanischen Variante B.1.351: Bei den klinischen Tests in Südafrika betrug die Wirksamkeit 57 Prozent.

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Das Corona-Mittel wurde an rund 44.000 Studienteilnehmern in den USA, Lateinamerika und Südafrika getestet. Der Schutz konnte nach Unternehmensangaben bei allen Altersgruppen beobachtet werden. Mehr als ein Drittel der Freiwilligen war 60 Jahre und älter. Der Impfstoff sei generell sehr gut vertragen worden. Schwerwiegende unerwünschte Nebenwirkungen wie akute allergische Reaktionen seien nicht festgestellt worden.

Bei dem Produkt handelt es sich wie bei dem britisch-schwedischen Mittel Astrazeneca um einen Vektorimpfstoff. Er beruht auf einem menschlichen Erkältungsvirus (Adenovirus) als Trägervirus. Für die Impfung wird der genetische Bauplan des sogenannten Spike-Proteins von Sars-CoV-2 in das abgeschwächte Adenovirus integriert. Die Adenoviren dringen in die Körperzellen ein, die daraufhin das Spike-Protein produzieren. Das Immunsystem reagiert darauf und beginnt, Antikörper und andere Abwehrstoffe zu bilden. Die EU-Kommission hat für das gesamte Jahr 200 Millionen Dosen vorbestellt plus Option auf weitere 200 Millionen Dosen. Deutschland soll 37,25 Millionen erhalten. Der Impfstoff soll pro Dosis 8,50 US-Dollar kosten.

Johnson & Johnson spricht von Produktionsschwierigkeiten

Allerdings hat der US-Pharmakonzern laut der Nachrichtenagentur Reuters in Gesprächen mit der EU-Kommission Produktionsschwierigkeiten angemeldet. Johnson & Johnson stehe demnach wegen Problemen bei der Versorgung mit Impfstoff-Inhaltsstoffen und Ausrüstung „unter Stress“. Dies könne die geplante Auslieferung von 55 Millionen Impfstoffdosen an die EU bis Ende Juni erschweren. Der Konzern wolle dennoch nicht ausschließen, dass das Ziel erreicht werden könne.

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Der amerikanische Impfstoff gilt als Hoffnungsträger: Er scheint mit nur einer Spritze gegen das Coronavirus zu schützen. Der Schutz ist zwar im Gegensatz zu den RNA-Impfstoffen weniger stark, aber hilfreich für Deutschland und Europa, wo dringend mehr Impfstoff benötigt wird. Außerdem kann er bei Kühlschranktemperaturen zwischen 2 bis 8 Grad Celsius für mindestens drei Monate gelagert und damit auch leichter transportiert werden. Auch Hausärzte könnten den Vektorimpfstoff leicht verabreichen.