Monatelang im Haus eingesperrt waren drei Kinder.  Foto: imago images/Cavan Images

Zugegeben: Der lockere Umgang der schwedischen Regierung mit dem Coronavirus kann einem durchaus Angst machen. Nicht ohne Grund beäugten die Nachbarstaaten die Infektions- und Todeszahlen in Schweden lange Zeit mit großem Argwohn. Doch eine Familie aus Jonköping ging beim Infektionsschutz nun deutlich zu weit: Vier Monate lang sperrten Eltern ihre drei Kinder in ihrem Haus ein. Jetzt schreitet ein Gericht ein.

Die beiden Mädchen (15 und 17) und ihr zehnjähriger Bruder wurden von ihren Eltern nicht nur im Haus, sondern sogar in ihren Zimmern eingesperrt und durften untereinander keinen Kontakt haben. Zudem sei laut Mikael Svegfors, dem Anwalt der Kinder, auch die Wohnungstür vernagelt worden. Dies bestreitet das Paar jedoch über seinen Anwalt.

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Das Elternpaar stammt laut Svegfors aus einem nicht näher bestimmten „anderen Teil der Welt“ und spricht nur gebrochen Schwedisch. Die beiden hätten die Nachrichten aus ihrem Heimatland verfolgt, das striktere Ausgangsbeschränkungen als Schweden verhängt hatte, erklärte der Anwalt. Die älteste Tochter hatte laut „Aftonbladet“ ausgesagt, dass sie nicht nach Hause zurückkehren möchte, solange sie nicht ausgehen oder zur Schule darf. Die Eltern argumentierten, dass sie den Kindern die freie Wahl gelassen hätten, die Kinder sich aber freiwillig zum Daheimbleiben entschieden hätten.

Das Gericht entschied, dass die Kinder aus der Familie genommen werden. Sie werden nun vom schwedischen Sozialdienst betreut.