Schauspielerin Elke Sommer wurde 1958 in Italien entdeckt. Dort startete ihr Siegeszug bis nach Hollywood. Imago Images

Seit 1974 lebten Elke Sommer und ihr Ehemann Wolf Walther glücklich in ihrer Traumvilla in Los Angeles. Bis 2014 das Generalkonsulat von Kuwait ein angrenzendes Haus erwarb und Konsul Faisal Ibrahim al Houli einzog. Seitdem tobt ein erbitterter Nachbarschaftsstreit um Belästigung durch nicht genehmigte Bauarbeiten zwischen der 81-jährigen Kinolegende und dem Diplomaten, der jetzt sogar vor Gericht ausgetragen wird, wie das Promi-Magazin Bunte erfuhr.

Nachdem sich Sommer und das Konsulat (das das illegal errichtete Gebäude wieder abreißen ließ) nicht gütlich einigen konnten, reichte sie Klage vor dem Obersten Gericht in Los Angeles ein. Nun wurde für Februar 2022 eine Anhörung festgesetzt. Sommer will ihre 380-Quadratmeter-Villa in jedem Fall verkaufen.

Schauspielerin Elke Sommer zusammen mit ihrem Mann Wolf Walther im August 2021 Imago Images

Dann endet ein Traum in Hollywood, der 1958 in Italien begann. Ein Rückblick: 1958 reisen Elke und Renata Schletz in den italienischen Badeort Viareggio. „Meine Mutter sagte: Du hast das Meer doch noch nicht gesehen, das ist doch so schön“, erzählt Sommer heute. Ein junger Student fragt die Pfarrerstochter dort, ob sie mit ihm tanzen gehen wolle. Der Abend endet damit, dass Elke Schletz zur „Miss Viareggio“ gewählt wird. Als Preis bekommt sie Strümpfe. Und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Elke Sommer wurde 1958 in Italien entdeckt

Ein italienischer Regisseur sieht ihr Bild in der Zeitung, verpflichtet sie für den Film, sie nennt sich fortan Sommer (weil die Italiener Schletz nicht aussprechen können und „Sklutz“ sagen) und schafft den Sprung nach Hollywood. In ihrer großen Zeit Ende der 1950er- und Anfang der 60er-Jahre wird sie zum Inbegriff der blonden, aber nicht verruchten und irgendwie deutschen Sexbombe. Ein internationaler Star.

Elke Sommer wurde als Elke Schletz geboren. Das Foto ist von 1953. Imago Images

1964 gewinnt sie einen Golden Globe für ihre Rolle in „Der Preis“. Sommer spielt dort die Schönheit an der Seite von Paul Newman. Deutschen Karl-May-Fans dürfte sie bis heute mit ihrer Rolle in „Unter Geiern“ (1964) als unerschrockene deutsche Farmerstochter Annie in Erinnerung geblieben sein. In den folgenden Jahrzehnten dreht sie zahlreiche Filme, wirkt in Fernsehserien mit, verschwindet aber von der ganz großen Bühne. Mittlerweile hat sich Sommer allerdings auch als Malerin einen Namen gemacht.

Heute lebt die gebürtige Berlinerin noch im Winter in Los Angeles und im Sommer im deutlich kleineren Marloffstein, in ihrer fränkischen Heimat. Von dem Ort nahe Erlangen schwärmt sie: „Ich bin ja ein Landmensch, ich bin ja überhaupt kein Stadtmensch.“ 1993 heiratete sie in zweiter Ehe den New Yorker Hotelmanager Wolf Walther – ebenfalls in Mittelfranken. Ihr Haus in der Weltstadt Los Angeles habe sie eingerichtet wie das in Deutschland, sagt sie.

1964 gewinnt sie einen Golden Globe für ihre Rolle in „Der Preis“. Sommer spielt dort die Schönheit an der Seite von Paul Newman. Imago Images

Aber ohne viel Bohei mit Fotos von all den Großen, die sie im Laufe ihres Lebens getroffen hat. Sie hat eines mit Paul Newman. Ach ja, und eines, als sie mit dem Präsidenten tanzte. Moment: Mit dem US-Präsidenten?

Elke Sommer tanzte mit US-Präsidenten

Ja. 1975 war Sommer im Weißen Haus zu einem Gala-Dinner eingeladen. Sie kam mit einem kleinen gelben Taxi („Da nehmen wir uns keine Limo, das ist viel zu teuer.“) und schwofte später in den Armen von US-Präsident Gerald Ford über die Tanzfläche. Der habe übrigens kein Lamm gemocht, erzählt Sommer. Sie aber schon. Heimlich hätten sie ausgemacht, dass er ihr seine Lammkoteletts unter dem Tisch zuschieben kann. „Ich habe ihm dann meine Knochen zurückgegeben.“

Es ist eine Geschichte, wie sie nur jemand beiläufig erzählen kann, der auch zufällig zu einem Filmstar wurde.