Die Frauen mussten bei den Untersuchungen ihre Brüste entblößen.
Die Frauen mussten bei den Untersuchungen ihre Brüste entblößen. Imago/ingimage

Es sind echte Ekel-Vorwürfe gegen einen Arzt in einem Gesundheitsamt in Köln. Der Mann soll Frauen aufgefordert haben, ihm ihre Brüste zu zeigen! Anschließend habe er die Betroffenen Übungen machen lassen, heißt es im Bericht eines Opfers im Kölner Stadtanzeiger.

Die Untersuchungen sollen dabei absolut unnötig gewesen sein. Bei den Opfern soll es sich um angehende Beamtinnen gehandelt haben. Um als Lehrerin verbeamtet zu werden, müssen Anwärter eine Einstellungsuntersuchung absolvieren.

Nach dem der Bericht des Opfers im Oktober veröffentlicht wurde, haben sich weitere Opfer gemeldet. Mindestens zwei weitere Frauen seien mit der Stadt oder den Behörden in Kontakt getreten, berichtet der Stadtanzeiger. Die Behörden prüfen die Vorfälle derzeit.

Regelverstoß: Frauen wurden von Mann untersucht

Wie die Zeitung weiter herausfand, hätte der Arzt die Frauen gar nicht untersuchen sollen. „Klientinnen werden von Ärztinnen begutachtet. Klienten werden von Ärzten und Ärztinnen begutachtet“, lautet die Vorgabe der Stadt für die Untersuchungen. Nur in Einzelfällen könne man davon abweichen, um etwa Fristen einzuhalten. Dann müsse jedoch eine Mitarbeiterin im Raum verbleiben. Laut Kölner Stadtanzeiger sei in mindestens einem Fall keine Frau weiter bei der Untersuchung zugegen gewesen. 

Immerhin: Auf Nachfrage von Spiegel Online gab die Stadt Köln an, dass der betroffene Arzt vorerst keine persönlichen Untersuchungen mehr durchführe. Wie die Stadt den Vorfall behandelt und ob es dienstrechtliche Konsequenzen für den Arzt geben wird, ist derweil noch unklar.