An einem Marktstand in Erfurt (Thüringen) hängen Stoffmasken. Foto: dpa/Martin Schutt

Bis zum Jahr 2020 haben sich in Deutschland und vielen anderen Teilen Mitteleuropas kaum Menschen Gedanken darüber gemacht, welchen Einfluss Masken oder Gesichtsabdeckungen auf die Umwelt haben. Das änderte sich in diesem Jahr mit dem Beginn der Corona-Pandemie abrupt. Die schweizerische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat eine Ökobilanz erstellt und vergleicht Einwegmasken mit solchen aus Baumwolle.

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Die Forscher hatten Herstellung, Nutzung und Entsorgung herkömmlicher Einwegmasken und solcher zur Mehrfachverwendung aus Baumwolle geprüft, wie Roland Hischier von der Empa-Abteilung „Technologie und Gesellschaft“ am Donnerstag sagte. Verglichen wurde der Verbrauch gemäß den Empfehlungen der Schweizer Covid-Taskforce. Die geht davon aus, dass jemand, der täglich in Bus oder Bahn zur Arbeit fährt und Einkaufen geht, pro Woche entweder 13 Einwegmasken oder zwei Baumwollmasken verbraucht, die nach Gebrauch bei 60 Grad gewaschen und nach fünf Mal Waschen entsorgt werden.

Das im Fachblatt „Sustainability“ veröffentlichte Ergebnis: Baumwoll-Stoffmasken schneiden bezüglich Energieverbrauch und Treibhausgas-Bilanz besser ab, die Einwegmasken bezüglich Wasserverbrauch und Gesamt-Umweltbelastung. Ob Masken bei 60 oder 30 Grad gewaschen werden, habe kaum Einfluss. Wenn die Baumwollmasken aber 20 Mal oder öfter gewaschen würden - wie es allgemein üblich ist - sei ihre Gesamt-Umweltbelastung geringer als die von Einwegmasken.

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„Der Grund dafür ist die wenig nachhaltige, Ressourcen-intensive Baumwollproduktion“, sagte Hischier. Der Wasserverbrauch sei aufgrund der Bewässerung, Düngung und Pestizidverwendung bei Baumwolle enorm hoch. Bei Biobaumwolle oder Produkten aus recyceltem Material sehe die Bilanz sicher besser aus. Wie sehr sorglos weggeworfene Einwegmasken die Umwelt belasten, muss nach Empa-Angaben noch untersucht werden.