Französische Gerichtsmediziner treffen am Ort eines Messerangriffs in Nizza ein. Der Täter soll ein 21-jähriger Tunesier sein. Foto: Foto: Valery Hache/AFP/dpa

Schon wieder wird Frankreich von einem Messer-Terroranschlag erschüttert!

Bei einer Attacke in Nizza hat es laut Berichten französischer Medien mindestens drei Tote und mehrere Verletzte gegeben. Der Täter wurde nach Angaben der Stadtverwaltung festgenommen. Nach Angaben der Ermittler handelt es sich um einen 21-jährigen Tunesier. Der Mann sei Ende September über die italienische Insel Lampedusa in die EU gelangt und anschließend nach Frankreich gekommen, hieß es. Bürgermeister Christian Estrosi erklärte, der Attentäter habe vor seinem Angriff und nach seiner Festsetzung immer wieder „Allahu Akbar“ gerufen.

Eine 70-jährige Frau soll von dem Täter geköpft worden sein. Das bestätigt auch die Zeitung „Nice Matin“. Nach deren Bericht wurde "mindestens ein Opfer enthauptet". Ein weiteres Opfer wurde durch Messerstiche in den Hals getötet. Das berichtet der Nachrichtensender BFMTV. 

Die grausame Tat geschah in der Kirche Notre-Dame. Das dritte Opfer schleppte sich laut „Nice Matin“ noch aus der Kirche in ein Café, verstarb dort. Unter den Toten soll der Hausmeister der Kirche sein.

Der Tatort – rechts der bewachte Eingang der Kirche Notre-Dame.  Foto: Twitter

Nizzas Bürgermeister Estrosi schreib via Twitter, alles deute auf einen Terroranschlag hin. Er besuchte umgehend den Ort des Anschlags. Auch Präsident Macron reiste zum Tatort.

Macron verstärkt Anti-Terroreinsatz

Die Messerattacke war ein „islamistischer Terroranschlag“, sagte der Staatschef in der südfranzösischen Küstenmetropole. Er kündigte einen verstärkten Schutz von Kirchen und Schulen an. Der schon länger laufende inländische Anti-Terroreinsatz „Sentinelle“ des Militärs solle von bisher 3000 auf nun 7000 Soldaten aufgestockt werden.

Staatschef Emmanuel Macron reiste nach dem blutigen Attentat nach Nizza.  Foto: ERIC GAILLARD/AFP

Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Dabei gehe es unter anderem um den Vorwurf des Mords in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben, erklärte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft. Im ganzen Land gilt die höchste Terrorwarnstufe.

Blick in die Basilika Notre-Dame direkt nach der Tat.  Foto:  Twitter

Erst vor zwei Wochen war der Lehrer Samuel Paty in einem Vorort von Paris enthauptet worden. Das Verbrechen hatte im ganzen Land Entsetzen ausgelöst. Es waren Zehntausende auf die Straße gegangen, um sich solidarisch zu zeigen. Paty hatte im Unterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt, um das Recht auf Meinungsfreiheit zu dokumentieren.

Die Polizei riet via Twitter , den Bereich zu meiden. Die Kirche wurde nach Sprengkörpern durchsucht. 

Polizisten der Eliteeinheit Raid treffen ein, um die Kirche Notre-Dame nach einem Messerangriff zu durchsuchen. 
Foto:  Valery Hache/AFP/dpa

Offenbar war die Gemeinde zuletzt vor Anschlägen gewarnt worden. Priester Gil Florini sagte dem Sender BFMTV: „Wir wurden gewarnt, dass es am Allerheiligenfest Angriffe geben könnte. Aber wir dachten nicht, dass es so kommen würde.“

Christian Estrosi (2.v.r), Bürgermeister von Nizza, spricht mit Polizeibeamten am Ort eines Messerangriffs.   
Foto: Christian Estrosi/Twitter/PA Media/dpa

Kurze Zeit später hat die Polizei im südfranzösischen Avignon eine weitere Attacke vereitelt. Sicherheitskräfte erschossen einen mutmaßlichen Angreifer, der Passanten mit einer Waffe bedroht haben soll. Der Radiosender Europe 1 berichtet, auch dieser Mann habe „Allahu akbar“ (Gott ist groß) gerufen.

Auch in Saudi-Arabien hat ein Mann am französischen Konsulat in Dschidda einen Sicherheitsbeamten angegriffen und leicht verletzt. Der Täter sei festgenommen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Donnerstag. Der Mann sei um die 40 Jahre alt und habe den Wächter mit einem „scharfen Werkzeug“ angegriffen, sagte Polizeisprecher Mohammed al-Ghamdi demnach. Die genauen Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar.

Die französische Botschaft in Riad sprach in einer Mitteilung von einer „Messerattacke“. Der verletzte Wachmann sei bei einer Sicherheitsfirma angestellt, erklärte die Botschaft, ohne dessen Staatsangehörigkeit zu nennen. Saudische Sicherheitskräfte hätten den Täter unmittelbar nach dem Angriff überwältigt. Die Botschaft verurteilte die Attacke scharf. Man habe das Vertrauen in saudische Behörden, die französische Gemeinde im Land zu schützen. Franzosen in Saudi-Arabien wurden zugleich zu „höchster Wachsamkeit“ aufgerufen.