Herzogin Meghan erlitt im Juli eine Fehlgeburt.  Foto: imago images/PA Images

Es sind herzzerreißende Worte, mit denen sich Herzogin Meghan in der New York Times an die Öffentlichkeit wendet: „Als ich mein erstgeborenes Kind umklammerte, wusste ich, dass ich mein zweites verlor“, beschrieb sie ihre Fehlgeburt, die sie im Juli erlitten hatte. Nun schreibt sie über ihren schlimmen Schicksalsschlag und will anderen Menschen damit Mut machen.

Ihren Gastbeitrag beginnt die 38-Jährige mit der Schilderung des Morgens, der begann wie jeder andere und ihr Leben doch verändern sollte. Meghan schrieb, wie sie Frühstück machte, ihrem Sohn Archie die Windeln wechselte und plötzlich einen stechenden Schmerz spürte, der sie zwang, auf den Boden zu sacken. Dort sang sie ein Schlaflied, um sich und ihren Sohn zu beruhigen. „Die fröhliche Melodie“, schrieb sie, sei ein starker Kontrast zu ihrem Gefühl gewesen. Denn sie wusste, dass etwas nicht stimmte. Sie wusste, dass mit ihrem ungeborenen Kind etwas nicht stimmte.

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Sie erzählte, wie sie im Krankenhausbett lag, die Hand ihres Mannes Harry hielt, beide viel weinten, und sich gegenseitig versuchten wieder aufzubauen. Sie habe darüber nachgedacht, wie der Heilungsprozess beginnen könnte - und das in einem Jahr, in dem so viele Menschen so viel Leid erfahren haben. Menschen, die enge Angehörige durch die Corona-Pandemie verloren haben, Menschen wie die Schwarzen Breonna Taylor oder George Floyd, die aus rassistischen Motiven von Polizisten getötet wurden.

Herzogin Meghan mit ihrem Mann Prinz Harry Foto: Imago-Images/I-Images

Meghan beklagt, die aktuelle Zeit, in der sich Menschen streiten ob Fakten wirklich Fakten sind, oder ob Wissenschaft real ist. „Wir sind uns uneins darüber, ob eine Wahl gewonnen oder verloren wurde“, schreibt sie. „Diese Polarisierung, gepaart mit der sozialen Isolation, die zur Bekämpfung dieser Pandemie erforderlich ist, hat uns mehr denn je allein gelassen.“

Meghan schreibt in ihrem Essay, dass Heilung mit den Worten „Geht es dir gut?“ beginnt, doch sie fürchtet, dass diese Worte durch all die Umstände, Polarisierung und Isolation nicht oft genug ausgesprochen werden. Im Fall einer Fehlgeburt, so schreibt sie, komme nochmal eine Tabuisierung dazu. Das Thema werde kaum angesprochen, dabei hätten zehn bis 20 Prozent aller Frauen bereits eine Fehlgeburt erlitten. „Ungerechtfertigte Scham“ setzte einen „Kreislauf einsamer Trauer“ fort.

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Es sei gut, dass es immer Menschen gibt, die ihre Geschichte mutig geteilt haben, sie ermöglichen es anderen Frauen, das gleiche zu tun. Und es sei gut, dass es mehr Nachfragen gibt. „Indem wir eingeladen werden, unseren Schmerz zu teilen, unternehmen wir gemeinsam die ersten Schritte in Richtung Heilung“, so die Herzogin und beschließt optimistisch mit den Worten: „Geht es uns gut? Das wird es.“

Tatsächlich wurde schon über den gesamten Sommer hinweg spekuliert, dass die Herzogin und ihr Mann Harry ein weiteres Kind erwarten. Die beiden royalen Aussteiger äußerten sich jedoch bis zu diesem Gastbeitrag niemals zu diesen Gerüchten.