Die Polizei hat die Altmarktgalerie nach einer Geiselnahme abgesperrt.
Die Polizei hat die Altmarktgalerie nach einer Geiselnahme abgesperrt. dpa/ Jörg Schurig

Amok-Alarm und Geiseldrama in der Innenstadt von Dresden.

Es fielen Schüsse und es hat mindestens eine Tote gegeben. Zwischenzeitlich hatte sich der Täter mit zwei Geiseln –  eine Angestellte und ein Kind – in einem Drogeriemarkt verschanzt. Nach bangen Stunden teilte die Polizei am Mittag mit: Der Mann ist überwältigt, den Geiseln geht es zumindest körperlich gut.    

Nach Angaben eines Polizeisprechers war das Verhalten des Geiselnehmers sehr auffällig: „Wir gehen am ehesten von einer psychischen Erkrankung aus.“ David W. (40) wurde bei einem Zugriff des Spezialeinsatzkommandos (SEK) überwältigt. Er sei „mindestens schwer verletzt“ und nicht vernehmungsfähig, hieß es zunächst. Inzwischen ist klar: Er ist seinen Verletzungen erlegen.

Ob sich der Mann selbst richten wollte oder bei der Festnahme durch ein Spezialeinsatzkommando getötet wurde, war zunächst unklar.

Spezialeinheiten der Polizei in der Innenstadt von Dresden.
Spezialeinheiten der Polizei in der Innenstadt von Dresden. AFP/Jens Schlueter

Amok und Geiselnahme – das ganze Drama

Die Dresdner waren am Morgen aufgefordert worden, den Bereich rund um die Altmarktgalerie zu meiden. Von Schüssen in der Innenstadt war die Rede und von einem bewaffneten Mann, der in einem Drogeriemarkt Geiseln genommen hätte.

Die Polizei verhandelte offenbar telefonisch mit dem Täter.   

Laut Berichten lokaler Medien war David W. zunächst in die Räume eines Radiosenders im Ammonhof gestürmt und hatte mit einer Pistole im Studio um sich geschossen. Wie durch ein Wunder wurde dort aber offenbar kein Mitarbeiter verletzt.

Lesen Sie auch: Schock! Manuel Neuer beim Skifahren schwer verletzt – so steht es um den National-Torwart >>

Abgesperrt: Die Innenstadt von Dresden war stundenlang menschenleer.
Abgesperrt: Die Innenstadt von Dresden war stundenlang menschenleer. dpa/ Bodo Schackow

Nachdem die Radio-Macher die Polizei gerufen hatten, sei der 40-Jährige in die einen Kilometer entfernte Altmarktgalerie geflüchtet und habe sich dort mit zwei Geiseln in der Drogerie verschanzt. 

Die Polizei evakuierte die Altmarktgalerie. Das Einkaufszentrum und angrenzende Bereiche wurden abgesperrt. Der benachbarte Weihnachtsmarkt blieb zunächst geschlossen. Die Striezelmarkt-Händler wurden per Lautsprecherdurchsage angewiesen, ihre Buden nicht zu öffnen. 

Polizisten vor der Altmarktgalerie.
Polizisten vor der Altmarktgalerie. dpa/Bodo Schackow

Radio Dresden berichtete über ein „Tötungsdelikt“ im Stadtteil Prohlis. Die Polizei bestätigte, man habe in einem Mehrfamilienhaus eine ermordete Frau gefunden. Das Tötungsdelikt stehe in Zusammenhang mit dem Einsatz in der Dresdner Innenstadt, so die Ermittler. 

Bei dem Opfer soll es sich um eine 62-Jährige handeln. Von einem Familiendrama ist in Berichten lokalen Medien die Rede. Tatverdächtig sei der 40-jährige deutsche Sohn der Frau – David W.

Der Dresdner Striezelmarkt ist wegen eines Polizeieinsatzes gesperrt.
Der Dresdner Striezelmarkt ist wegen eines Polizeieinsatzes gesperrt. dpa/Matthias Rietschel

Nachdem der Mann seine Mutter getötet hatte, dreht er offenbar völlig durch. Über seine Motive ist noch nichts bekannt. Auch was ihn zu den Pistolenschüssen in dem Radiosender trieb - völlig unklar.