Annelie K. wird in einen Saal des Landgerichtes Chemnitz geführt. Foto: dpa/Sebastian Willnow

Fast 18 Jahre ist die Tat her. In der Nacht zum 20. Mai 2003 starb im sächsischen Chemnitz ein 49 Jahre alter Ingenieur. In seinem Blut konnte reichlich Alkohol und ein Schlafmittel nachgewiesen werden. Viele Jahre gingen die Ermittler von einem Suizid aus. Doch am Montag wurde seine Frau Annelie K. zu lebenslanger Haft wegen Mord verurteilt. Dass es überhaupt zum Prozess kam, ist der Tochter der Angeklagten zu verdanken.

Das Chemnitzer Landgericht sah keinen Zweifel daran, dass die heute 67-Jährigen ihren Mann vor fast 18 Jahren ermordet hatte. Das Motiv war offenbar Habgier. Laut den Ausführungen der Staatsanwaltschaft habe Annelie K. sich von ihrem alkoholkranken Mann trennen wollen. Doch sie wollte weder aus dem gemeinsamen Haus ausziehen noch ihn auszahlen. Also mischte sie ihm Schlafmittel ins Pfefferminzeis und Desinfektionsmittel in den Cognac. Die Lebensversicherung nutzte sie, um die Kreditlast auf dem Haus zu verringern.

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Doch darauf kam zunächst niemand. Annelie K. sagte, sie sei am Vorabend des Todes ins Bett gegangen und habe ihren Mann erst am nächsten Morgen tot gefunden. Die Polizei verbuchte den Tod als Suizid oder Unfall und legte den Fall zu den Akten. Doch Zweifel blieben – auch bei Annelie K.s Tochter. Und die brachte den Fall im Mai 2020 erneut ins Rollen. Unter einem Vorwand entlockt sie ihrer Mutter ein Gespräch über Blanko-Privatrezepte und schließlich auch über die Todesumstände ihres Vaters. Und nimmt alles mit dem Handy auf.

Der 29 Minuten lange Mitschnitt wird als Beweismittel im Prozess gehört. Darin beschreibt Annelie K., wie sie ihren Mann vor 18 Jahren vergiftet hatte. „20, 30 Minuten hat es gedauert, dann ist er am Schreibtisch aufgeschlagen“, sagte sie auf der Aufnahme. Und: „Er hat noch selber geschluckt.“

In ihrem letzten Wort beteuerte Annelie K. noch einmal ihre Unschuld. Das Gericht glaubte ihr jedoch nicht.