Die Polizei durchsuchte 16 Objekte in vier Bundesländern (Symbolbild). Foto: imago images/Alexander Pohl

Um mehrere Hunderttausend Euro soll eine Betrügerbande Senioren gebracht haben, indem sie sich als Polizeibeamte ausgaben. Nun gelang Ermittlern ein Schlag gegen die mutmaßlichen Täter. Wie die Frankfurter Polizei mitteilte, wurden am Mittwoch 16 Objekte in vier Bundesländern, darunter in Berlin, durchsucht.

17 Personen im Alter zwischen 23 bis 65 Jahren sollen in ganz Deutschland als Abholer für Bargeld und Wertgegenstände fungiert haben, eine weitere Person sitzt laut Polizei im Ausland. 15 Menschen wurden den Angaben zufolge am Mittwoch vorläufig festgenommen. Gegen sieben von ihnen konnten demnach von der Staatsanwaltschaft Frankfurt beantragte Haftbefehle vollstreckt werden.

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Die Betrüger sollen zu einer Gruppe gehören, die über Ländergrenzen hinweg agiert hat. Mithilfe von technisch erzeugten Telefonnummern realer Behörden gaben sich die Täter als Polizisten aus. Ihre betagten Opfer brachten die Betrüger den Angaben zufolge teils mit tagelangen Anrufen dazu, Wertsachen, Schmuck, Gold oder Bargeld an angebliche Polizisten zu übergeben oder nahe dem Wohnort zu deponieren. Insgesamt geht es laut Polizei um mindestens elf Fälle. Bei sieben seien die Betrüger erfolgreich gewesen, die Polizei beziffert den Gesamtschaden auf mehr als 715.000 Euro. Die Opfer waren demnach zwischen 71 und 88 Jahre alt.

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Die Abholer, nach denen nun in Deutschland gefahndet wird, gehören laut Polizeiangaben zu einem größeren Netzwerk. Im Dezember habe die Polizei in der Türkei Führungspersonen eines Call-Centers festnehmen können, die als Hintermänner der Betrüger gelten. Bei den Durchsuchungen am Mittwoch stellten die Beamten den Angaben zufolge neben Bargeld unter anderem auch Drogen und Handys sicher. Ziele der Maßnahmen seien neben Hessen auch Wohn- und Aufenthaltsorte in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin gewesen.