Zum Zeitpunkt als die Brücke in Indien zusammenbrach, sollen sich viele Menschen darauf befunden haben.
Zum Zeitpunkt als die Brücke in Indien zusammenbrach, sollen sich viele Menschen darauf befunden haben. Twitter

Es sind dramatische Bilder aus dem indischen Gujarat. Bei dem Einsturz einer Hängebrücke über einem Fluss im Westen Indiens sind laut Medienberichten Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Es gebe 141 Tote,berichtete die örtliche Nachrichtenagentur IANS unter Berufung auf die Polizei am Montag. Dem Sender NDTV zufolge wurden 177 Menschen gerettet, laut „Times of India“ wurden noch 2 Menschen vermisst.

Auf Videos war nur noch der verdrehte Rest der Brücke zu sehen. Es hingen Stahlseile in der Luft, die vermutlich einst das Bauwerk hielten. Menschen versuchten sich über Drahtnetze ans Ufer zu retten. Überall schrien Menschen in Panik - das sind die schrecklichen Szenen, die sich Augenzeugen an dem Fluss boten.

Viele Opfer des Brückenunglücks sind ins Wasser gefallen

Das Unglück habe sich am Sonntagabend (Ortszeit) in Morbi im Bundesstaat Gujarat ereignet. Viele Opfer seien ins Wasser gefallen. Ein großer Rettungseinsatz war im Gange. Helfer waren auch in Booten unterwegs. 

Die aus der britischen Kolonialzeit stammende, 233 Meter lange Hängebrücke über den Fluss Machchhu war nach monatelangen Reparaturarbeiten erst am Mittwoch wieder geöffnet worden. 

Hunderte waren zum Zeitpunkt der Katastrophe auf der Brücke

Nach Behördenangaben gaben Tragkabel der Brücke nach, als dort am Sonntag eine Menschenmenge Rituale im Rahmen einer religiösen Feier vollzog. Zum Zeitpunkt des Unglücks hätten sich rund 500 Menschen auf oder nahe der Brücke befunden, darunter auch Kinder, hieß es. „Wir sind schockiert. Eine Untersuchung ist im Gange“, sagte Gujarats Arbeitsminister Brijesh Merja dem Sender NDTV.

Zu der Ursache gab es zunächst keine offiziellen Angaben. In Medienberichten hieß es, möglicherweise habe die Konstruktion der Last zu vieler Menschen nicht standgehalten. Ein örtlicher Behördenvertreter sagte NDTV, dass die Lokalbehörden die Brücke nach den Sanierungsarbeiten noch nicht geprüft und keine Wiedereröffnungsfreigabe gegeben hätten. Das Büro von Premierminister Narendra Modi kündigte auf Twitter Entschädigungen für die Familien der Opfer an.

Der indische Regierungschef Narendra Modi, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks auf einer Reise durch seinen Heimatstaat Gujarat befand, habe sich um „die akute Mobilisierung von Rettungsmannschaften bemüht“, schrieb sein Büro im Onlinedienst Twitter. Demnach kündigte Modi Entschädigungen für die Hinterbliebenen der Todesopfer sowie für die Verletzten an. Die Betroffenen sollten „jede mögliche Hilfe“ erhalten, hieß es.

Unglücke aufgrund alter und schlecht gewarteter Infrastruktur sind häufig in Indien. Beim Einsturz einer Hochstraße kamen 2016 in Kalkutta 26 Menschen ums Leben. 2011 starben mindestens 32 Menschen im Nordosten des Landes, als ein Feiertagsgedränge eine Brücke zum Einsturz brachte.